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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 41

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 41 (sequence 39)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2616-3478756
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— 41 — tutionen geschaffen hat und die noch tausend andere schaffen wird, das Werdefeld und das Energiezentrum, kann seiner ganzen Natur nach nicht nach den für die Institutionen geltenden Gesetzen betrachtet werden. Und so geschieht es, daß, während wir für die Institutionen nur das Sichtbare und Praktische zu verzeichnen haben, wir bei der Bewegung über die eingegliederten und bestimmten Funktionen hinaus oft auf Umwegen und in einem Massenansturm neuer Erscheinungen die zionistischen Elemente beobachten müssen, wie sie kämpfen und ringen. Hier gilt es nicht nur dem Wege zu folgen, wie der Schekel in die Kassen und die Spenden in die Nationalfondsbüchsen fließen, sondern auch, wie die geflügelten Worte in das Volk hinausflattern, welche Wirkung sie auf das Empfinden üben und wie der leuchtende Zukunftsgedanke eine organisch-nationale Schöpfungskraft und eine Gestaltungsfähigkeit nach verschiedenen Richtungen fördert. Ganz so, wie die Organisation, d. h. der arbeitende, geregelte Teil des Zionismus in den Schranken gewisser Vorschriften bleiben muß, erfordert die Bewegung, die uns alle mit dem Wenigen, das wir geschaffen, auf ihren Adlerflügeln trägt, verschiedene Impulse, Anläufe zu neuen Unternehmungen, und vor allem eine Gedankenarbeit, bei der die Genien der Kultur, die Grazien der Künste und die Postulate jüdischer Volksgesinnung nicht weniger und zuweilen noch mehr als die übersehbaren Verwaltungsleistungen für den Zionismus wirken. Da der Kongreß das vermittelnde Organ zwischen der Bewegung und den Institutionen ist, so muß ein Kongreßbericht beide Gebiete umfassen, und zwar in hervorragendem Maße das erstere, weil doch die Institutionen ihre speziellen Berichte vorzulegen imstande sind. Man könnte also in diesem Berichte höchstens die bekannten Daten, die übrigens periodisch veröffentlicht werden, resümieren. Von größerer Wichtigkeit aber ist ein Blick auf die Bewegung, um so mehr, ad das Signum der letzten zwei Jahre im Zionismus das Ueberhandnehmen der Bewegung über die Institutionen ist. Was im Zionismus eine geschlossene Phalanx bildet, was auf straffer Zucht und Unterordnung beruht, was sich in Ziffern äußert, was auf dem sicheren Boden des Alltags geleistet wird, ist in manchen Ländern zurückgegangen, teils, weil dieser sichere Boden untergraben worden ist, und teils, weil die Gegenwartsfragen über den Kopf gewachsen sind. Aber der Zionismus bietet nach allen Seiten, im Aeußeren und Innern, das Bild einer mächtig fortschreitenden Bewegung mit vorbeieilenden Wellen neuer Strömungen. Er ist mehr als je der Träger und der Erzeuger des nationalen Lebens geworden. In der sorgenvollen Atmosphäre des Ghettos konnte er nicht auf schönen, kühlen Gletscherhöhen bleiben. Die Aufsaugekraft der Gegenwart drohte ihn in ihr assimilierendes Chaos ganz zu verschlingen oder zu isolieren. Aber weder das eine, noch clas andere geschah. Er hat sich nicht nur erhalten, stark ist er aus diesem Ringen hervorgegangen. Die Tragik der Wanderung kennzeichnet das ganze jüdische Goluthdasein, und von diesem Geschick konnte auch der Zionismus nicht verschont bleiben. Er wurde unaufhörlich hin und her getrieben und geriet oft in eine Kette ganz anderer Richtungen. Die Glücklicheren, die r.ußerhalb des

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