Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 36)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476270--2613-3478753- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
38 — engeren A. C. respektieren und Herrn Greenberg zum Vizepräsidenten wählen. (Lebhafter Beifall und Händeldatschen — Unruhe). Del. Dr. Schalit: Meine Damen und Herren! Ich kann wohl dem Gedankengang beipflichten, daß prinzipiell der Wunsch zum Ausdruck gebracht wird, daß Männer der Exekutive nicht gleichzeitig Vorsitzende der Legislative sein können. Aber ich kann nicht verstehen, daß man da prinzipielle Unterschiede macht. Wenn kein einziger Herr des Siebener- Ausschusses gewählt worden wäre, wäre der Antrag Cowen von den Vertretern dieser Richtung abzulehnen. D,a aber alle anderen Herren gewählt wurden, Mr. Greenberg aber nicht gewählt wurde, und ich Sie als Mitglied des Permanenzausschusses versichern kann, daß die Wahl absolut nicht von persönlichen, sondern von politischen Rücksichten geleitet wurde, Sie aber doch nicht die Absicht haben, Mr. Greenberg irgendwie persönlich nahezutreten, so glaube ich, ist es nur ein Akt der Courtoisie und nicht der politischen Ueberzeugung, wenn Sie Mr. Greenberg ebenfalls ins Präsiditim wählen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Nacht: Ich möchte in bezug auf den Vorschlag des Dr. Pasmanik einiges sagen. Präs.: (unterbrechend): Es handelt sich nicht um den Vorschlag des Dr. Pasmanik, sondern Mr. Cowen schlägt vor, Mr. Greenberg als Vizepräsidenten nachträglich zu wählen. Das hat mit dem Vorschlage des Dr. Pasmanik nichts zu tun. Del. Dr. Pasmanik: Herr Präsident haben mich mißverstanden. Ich stellte den Antrag, es sei dem Organisationsaalsschusse anzuempfehlen, daß in Zukunft die Mitglieder des A. C. nicht mehr ins Präsidium gewählt werden sollen. Präs.: Das hat mit dem Antrag Cowen nichts zu tun. Del. Dr. Nacht: Ich wollte nur einen Zusatz zu dem Antrage Pasmanik dahingehend machen, daß künftig kein Mitglied in den Permanenzausschuß gewählt werde, solange die Landsmannschaft nicht befragt wird. Präs.: Mr. Cowen stellt den Antrag, Herrn Greenberg als Vizepräsidenten nachzuwählen. Wer dafür ist, den bitte ich die Hand zu erheben, i (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Erfolgt.) Mr. Greenberg ist mit 73 gegen 47 Stimmen nachträglich zum Vizepräsidenten gewählt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das Wort hat Herr Dr. Nordau. Präs. Dr. Nordau (mit stürmischem Beifall und Händeklatschen begrüßt) : Sie haben mir die Ehre erwiesen, mich durch Zuruf zu einem der Präsidenten dieses Kongresses zu wählen. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für diese Ehre, die ich sehr hoch schätze. Zu meinem tiefen (Bedauern bin ich aus persönlichen Gründen, deren Beseitigung absolut nicht in meiner Macht liegt, gezwungen, dieses Ehrenamt niederzulegen. Ich lege jedoch so großen Wert darauf, dem Vorstand des Kongresses anzugehören, daß ich mich um die Ehre bewerbe, von Ihnen nachträglich zum Beisitzer gewählt zu werden. Präs. Wolffsöhn: Ich verstehe die Sache so, daß Dr. Nordau sein Amt als Präsident niederzulegen genötigt ist und Beisitzer sein will. Wir nehmen diese Erklärung mit Bedauern zur Kenntnis und sind Herrn Dr. Nordau dafür dankbar, daß er als Beisitzer unter un§ bleiben will. Ich glaube die Sache am besten ohne Debatte zu erledigen. (Rufe: Wir nehmen die Demission nicht an!) Vizepräs. Dr. Gaster: Ich will den Kongreß nicht länger als eine Minute in Anspruch nehmen. Ich glaube nicht, daß einer hier anwesend