Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 291)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 293 — geben: Es ist selbstverständlich und bedarf eigentlich keiner weiteren Aufklärung, dass eine Resolution, welche der Kongress beschlossen hat, sowohl für die Delegierten wie für alle anderen der zionistischen Bewegung angehörigen Gesinnungsgenossen verbindlich ist, und zwar so lange, bis nicht ein nächster Kongress diese Resolution ausdrücklich aufhebt. (Zustimmung.) Ich muss auch dazu noch bemerken, dass ich meine tiefe Missbilligung darüber ausdrücken muss, dass Flugblätter ohne vorherige Erlaubnis des Präsidiums hier verteilt worden sind. (Lebhafter Beifall. — Zwischenrufe.) Wenn dies von Seite ausserhalb der Bewegung Stehender geschieht, ist es ebenso za verwerfen. Wir können hier nur — gleichsam theoretisch — unsere Missbilligung aussprechen, wir müssen uns aber für die Zukunft entschieden dagegen verwahren, dass solche Affichen ohne Erlaubnis des Präsidiums von Seite der Delegierten hier verteilt werden. (Lebhafter Beifall. — Zwischenrufe.) Del. Dr. Gronemann: Die verteilte Erklärung hat einige Aufregung hervorgerufen, und ich glaube, einiges zur Linderung beitragen zu können. Zunächst bemerke ich, dass ich und andere, die auf der Erklärung unterschrieben stehen, es tief bedauern, und dass es gegen unseren Willen durch das Versehen eines Dieners geschehen ist, dass diese Erklärung, die beim Verlassen des Kongresshauses auf der Strasse an die Delegierten hätte verteilt werden sollen, hier im Saale verteilt wurde. (Zwischenrufe.) Es wird wohl nicht daran gezweifelt, dass dieser Auftrag gegeben wurde, diese Erklärung ausserhalb des Saales zu verteilen. In der Sache selbst stehe ich durchaus auf dem Standpunkte des Dr. Magnes. Ich mache darauf aufmerksam, dass ich heute in der deutschen Landsmannschaft und gestern, im deutschen Zentralkomitee namens der Herren, die auf dieser Erklärung unterzeichnet sind, erklärt habe, dass wir weder Obstruktion treiben noch in irgend welcher Weise bindend gefasste Beschlüsse des Kongresses hintertreiben wollen. Die Beschlüsse des Kongresses sind bindend, ob sie der Minorität passen oder nicht. (Beifall.) Auch den vom Herrn Vorredner vorgelesenen Beschiuss erachten wir für bindend, d. h. es besteht keine Möglichkeit für die Organisation, mindestens bis zum nächsten Kongresse oder bis dahin, wo durch einen anderen Kongress dieser Beschiuss aufgehoben worden ist, in dem von uns gekennzeichneten Sinne tätig zu sein. Dagegen halten wir theoretisch unsere Opposition aufrecht, und wir werden trachten, dadurch, dass wir Anhänger für unsere Anschauungen gewinnen, für später eine , andere Majorität zu schaffen. Das ist unser Standpunkt, und ich hielt mich verpflichtet, ihn hier zu skizzieren. (Lebhafter Beifall. — Pfuirufe und Widerspruch.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Damit ist dieser Zwischenfall erledigt. Wir müssen jetzt schliessen, denn die Polizei hat uns nicht gestattet, den Saal nach n Uhr zu benutzen. Morgen um 10 Uhr werden wir über Propaganda und Organisation Beschlüsse fassen. Ich habe noch mitzuteilen, dass Herr Dr. Niemirower 250 Francs gesammelt hat, um den 800. Todestag Raschis ins Goldene Buch einzutragen. (Lebhafter Beifall.) Die Sitzung ist geschlossen. (Schluss 11 Uhr 10 Minuten nachts.)