Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 292)
- Language
- German, English, Hebrew
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VII. TAG. 2. AUGUST 1905 SCHLUSS -SITZUNG BEGINN: 3/412 UHR Vizepräsident Dr. Alex. Marmorek: Die Sitzung ist eröffnet. Herr Dr. Adler hat das Wort. Del. Dr. Adler: Geehrter Kongress! Ich erlaube mir, vor der Abstimmung eine Erklärung im Namen der Misrachi abzugeben. Herr Dr. Bodenheimer hat in seinem Referate auf eine gewisse Gefahr hingewiesen, die von Seite des „Misrachi" für die Bewegung darin liegt, dass sie etwa internationale Federationsgelüste hegen könnten, und Herr Marmorek hat in ähnlicher Weise der Federation das Wort geredet, besonders, wenn sie auf dem Boden des Basler Kongresses steht und das Ganze fördern, aber nicht zerreissen würde. In dieser Beziehung begrüsst er den „Misrachi", möchte aber ein scharfes Veto ausgesprochen haben gegen die etwaige Möglichkeit, dass innerhalb der Landesorganisation eine eigene Organisation beansprucht werden wollte. Geehrter Kongress! Von diesem Veto war kein Wort bisher in die Oeffentlichkeit gedrungen, es war auch durchaus nicht notwendig, denn der „Misrachi" hat keine Sondergelüste, der „Misrachi" stand innerhalb der Organisation. Er hat den Schekel abgeliefert, ebenso den Landesbeitrag, ja die westeuropäischen „Misrachi" haben sogar als grundlegende Bedingung zur Aufnahme des .„Misrachi" den Nachweis der Zugehörigkeit zu einer Ortsgruppe festgelegt. Es wurde auch dem, „Misrachi" in Westeuropa mit allgemeinem Vertrauen begegnet, er ist als Delegierter in manchen Gruppen erschienen, die nicht misrachistisch waren. Er hat Sitz in der Zentralleitung erhalten und kennt keine andere Ambition, als sich an allen zionistischen Arbeiten zu beteiligen (Beifall), freilich mit voller Wahrung seiner religiösen Interessen, er hat kein höheres Ziel, als die Propaganda auf dem Boden des traditionellen Judentums. Beim russischen „Misrachi" liegt die Sache freilich etwas anders. Unter dem Drucke der sozialen Misswirtschaft ist der russische „Misrachi" auf die Bildung einer nationalen Federation schon aus finanziellen Gründen angewiesen. Wollen Sie auch erwägen, dass Zehntausende gesetzestreuer Juden sich um so fester um die zionistische Fahne geschart haben, je mehr sie die heiligsten religiösen Gefühle gesichert sehen in einer starkgiiedrigen Organisation. In Ihrer Mitte — das ist keine Frage — weiss sich der „Misrachi" gut geborgen, weil er festes Vertrauen auf Ihre Vorurteilslosigkeit hat. Er hat mich beauftragt, zu erklären, dass wir uns nicht damit begnügen