Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 273)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 275 — . Del. Boruchow (zur Geschäftsordnung) spricht russisch. Schriftführer Dr, Weizmaun (übersetzt): Herr Boruchow unterstützt den Antrag Wolffsöhn, da die Liste der Redner so zusammengesetzt ist, dass viele Redner dasselbe sagen würden. Es mögen die Redner sprechen, die eine bestimmte Ansicht über die Organisation haben. Da im Saale eine Gruppe ist, die eine von dem Standpunkte des Organisationsausschusses verschiedene Ansicht hat, beantragt er, dass diese Gruppe zwei Generalredner erhalte, und dass die Sprechzeit der Generalredner auf eine halbe Stunde beschränkt werde. Präsident: Wir schwimmen jetzt im Ozean der Geschäftsordnung und werden vor Mitternacht nicht landen. Wir hätten jetzt schon vier Redner gehört und stehen noch immer vor der Debatte. Del. Julius Löwy: Ich werde Ihre ohnedies karg bemessene Zeit nicht missbrauchen. Ich habe bloss zwei Anfragen an den Herrn Referenten des Organisationsausschusses zu stellen und werde im gegebenen Falle zwei Anträge formulieren. Ich frage den Herrn Referenten, ob es möglich ist, dass hier am Kongress ein Beschluss provoziert werde, nach welchem die in den einzelnen Ländern von den Organisationen gesammelten Schekelsummen ohne Abzug dem A. C. zur Verfügung gestellt werden. Meine zweite Anfrage bezieht sich darauf, ob es möglich ist, die Wählerzahl zum Kongress in den einzelnen Wählergruppen von 200 auf 500 zu erhöhen. (Beifall.) Bezüglich des ersten Punktes weiss ich nicht, wie die Quoten sind, die von den Schekelgeldern in den einzelnen Ländern auf die Organisationen entfallen. Ich glaube aber, dass das A. C. allein berechtigt ist, die Schekelsummen für sich zu verlangen. Wir haben heute gehört, dass der Organisationsausschuss einen besoldeten Generalsekretär und andere Ausgaben beantrage, ich weiss aber nicht, ob das A. C. in der Lage ist, die Mittel •dafür zu beschaffen. Wir haben die Verpflichtung, die Mittel zu beschaffen. Ich beantrage daher, dass die Schekelsummen dem A. C. zur Verfügung gestellt werden. Ich unterziehe mich dabei einer für mich angenehmen Aufgabe, indem ich mitteile, dass auf Befehl des Leiters des böhmischen Komitees wir in Böhmen den Schekel ganz dem A. C. zur Verfügung stellen. (Beifall.) Deshalb bitte ich den Herrn Referenten, sich darüber zu äussern. Nun zur zweiten Frage. Der Kongress wird immer grösser, was .an sich wohl erfreulich ist, weil dies das Anwachsen der Bewegung konstatieren lässt; ich glaube aber doch, dass die für die Wahlen zum Kongress erforderliche Wählerzahl von Jahr zu Jahr höher gestellt werden muss. Falls mein diesbezüglicher Antrag abgelehnt wird, möchte ich bitten, die Kongressstatuten dahin zu ergänzen, dass klar und unzweideutig festgestellt werde, dass nur Wählergruppen von 200 das Recht haben, einen Delegierten zum Kongress zu wählen. (Beifall.) Präsident: Das Präsidium wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft heute ein Nationalfest feiert (Die Versammlung erhebt sich), das Fest, das an den Tag erinnert, an dem im Jahre 1291 die Eidgenossenschaft begründet wurde und die Grösse und Unabhängigkeit der Schweizer ihren Anfang nahm. Bei den tiefen Sympathien, die wir für das Schweizer- Volk fühlen, ist es natürlich, dass wir diese Gelegenheit gerne benutzen, um dem Schweizer-Volke unsere wärmsten Gefühle