Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 269)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 271 — diese Fragen wiederholt und ausführlich ausgesprochen. Die Kommission war stets in sehr grosser Anzahl — 24 bis 25 Herren — versammelt, und wir haben uns bemüht, eine Einigung über alles zu erzielen. Wir glauben, dass bei Annahme dieser Vorschläge unsere Leitung bis zum nächsten Kongresse wird arbeiten können. Wenn Sie diese Vorschläge angenommen haben, wird der Permanenzausschuss zusammentreten können, um Ihnen die Personalvorschläge für die künftige Leitung zu machen. (Lebhafter Beifall.) Del. Frau Swenigorodskaja (zur Geschäftsordnung) spricht russisch. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Tschlenow: Die Vorrednerin protestiert gegen die Art, wie hier die Debatten geführt werden und beklagt sich darüber, dass nicht einmal wenigstens zwei Redner pro und contra zum Worte kommen können. Es seien Fälle vorgekommen, wo man hier im Saale absolut nicht wusste, worüber abgestimmt wird. Es seien Wünsche geäussert worden, etwas zu^ übersetzen, aber diese Wünsche seien unterdrückt worden, und die Leute mussten stimmen, ohne zu wissen, wofür und wogegen. Dagegen legt die Vorrednerin Protest ein. Vizepräsident Marmorek: Nachdem uns die Zeit nur mehr knapp bemessen ist und wir gezwungen sind, das Programm des Kongresses zu erledigen, sind wir gezwungen, die Debatten auf ein Minimum zu beschränken. Uebrigens hat das Präsidium nichts anderes zu tun, als den Befehlen des Kongresses zu gehorchen. Wenn also ein Antrag, die Debatte abzukürzen, angenommen wird, muss das Präsidium ihn ausführen. Selbstverständlich bedauert das Präsidium es auch, dass so vorgegangen werden muss, aber wir können uns nicht helfen. Del. Scheinkin: Es wurde der Antrag gestellt, den Kongress zu verlängern oder wenigstens eine Nachtsitzung zu halten. So kann die Arbeit nicht weitergehen. Ich verlange, dass darüber abgestimmt wird. (Anhaltender Beifall.) Del. Jahr: Ich habe vorher einen Antrag eingebracht. Der Vorsitzende hat ohne jede Motivierung erklärt, er könne den Antrag nicht zur Abstimmung bringen. Ich habe nämlich beantragt, dass vom Nationalfonds keine Abzüge gemacht werden sollen, weder für die Bank noch für die „Welt". Auf Grund welcher Bestimmung der Geschäftsordnung wurde dieser Antrag nicht zur Abstimmung gebracht? Vizepräsident Dr. Marmorek: Wir können die Debatte über den Nationalfonds doch nicht wieder aufnehmen. Die Debatte darüber ist zu Ende geführt worden, wir stehen jetzt beim Organisationsstatute. Auf anderes können wir momentan nicht eingehen. (Lebhafte Zustimmung.) Del. Spiwak: Wir sind schon drei Tage da und debattieren über alles Mögliche. Es kann sein, dass der Präsident sagen wird, dies gehöre nicht zur Geschäftsordnung, ich muss aber darüber sprechen. Dr. H a n t k e hat einen Bericht über die Organisation gebracht, keiner aber von uns weiss, was er gesagt hat. Ich wünsche daher, dass der Kongress beschliesse, dass alle Schriftstücke, alle Rechnungen bezüglich des Nationalfonds, der Kolonialbank usw. auch ins Hebräische übersetzt werden, da dies die Sprache ist, die viel mehr der Anwesenden verstehen, als die deutsche.