Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 255)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 257 — Ich muss aber sagen, dass dieses Auswanderungsamt der jüdischen Gesellschaften nicht ein Auswanderungsamt der Konzentration, sondern ein antizionistisehes Auswanderungsamt der Zerstreuung ist. Ich will alle strengen Ausdrücke vermeiden und nur sagen, dass diese Beteiligung eine falsche und dem Sinne der zionistischen Bewegung völlig entgegengesetzte gewesen ist. Wir haben einen sehr schweren Kongress gehabt und haben ihn zum Teile noch, und ich meine, dass die grossen positiven Aufgaben die Aufmerksamkeit des Kongresses und die zionistische Bewegung abziehen werden von allem Negativen und von allem Trennenden, und wir werden uns dann finden können auf dem Boden der fruchtbaren, ernsten, zähen Arbeit, der Vereinigung unseres wurzellosen Volkes auf dem Boden, auf dem allein es wahrhaft Wurzel fassen kann. Ich richte deshalb an das A. C. und an den Kongress das Ersuchen, dahin zu wirken, dass wenigstens dieser Kongress der Ausgangspunkt werde für den Beginn der zionistischen Tätigkeit, nämlich der Verbindung unseres Volkes mit unserem Lande. Dann werden wir selbst noch mitwirken können, wenigstens an dem Anfange der Erlösung —- bald, in unseren Tagen I In diesem Sinne stelle ich den Antrag: „Der VII. Zionistenkongress sieht in der Einbeziehung der nächsten Nachbarländer Palästinas in den Arbeitsbereich der zionistischen Organisation sowohl das wirksamste Gegengewicht gegen alle territorialistischen Tendenzen, wie auch das beste programmässige Mittel zur Erlangung Palästinas und zur Beeinflussung der Emigrationsrichtung im zionistischen Sinne. Im Anschluss hieran beauftragt der VII. Kongress das von ihm zu wählende A. C., ein zionistisches Auswanderungsamt zu schaffen, das sich mit der Frage der Beinflussung der jüdischen Auswanderungsrichtung entsprechend dem erweiterten palästinensischen Landprogramm zu beschäftigen hat. Die zur Durchführung dieser Aufgabe nötigen Mittel soll das A. C. berechtigt sein, falls nötig, leihweise aus den Zinsen des Nationalfonds bis zur Deckung oder Rückerstattung aus regulären Parteigeldern zu entnehmen," (Widerspruch.) Als eine erklärende Schlussbemerkung will ich hierzu noch erwähnen, dass die hierauf bezüglichen Arbeiten in einer Verbindung mit der Palästinakommissiön durchgeführt werden können. Natürlich werde auch ich dafür sein, dass wir zur gründlichen Besprechung dieser Angelegenheit den Schluss des Kongresses möglichst hinausschieben. Schliesslich muss ich noch eine Bemerkung machen. Es wurde von mehreren Seiten erklärt, dass der Nationalfonds bei den ungesicherten Landverhältnissen in Palästina momentan noch nicht zu Bodenkäufen schreiten solle. Ich möchte aber den Kongress darauf aufmerksam machen, dass die Deutschen, Russen, Franzosen, Engländer und in letzter Zeit sogar die Belgier Mittel und Wege gefunden haben, in Palästina in einwandfreier Weise Boden zu kaufen, und es geht nicht an, dass wir, die wir das brennendste Interesse an Palästina haben, die wir nicht die Auswahl haben unter allen Ländern des Erdballs, wie die genannten anderen Nationen, dass wir unmöglich weiter müssig zuschauen dürfen. Es müssen also unbedingt so oder so die Wege gefunden werden, die die anderen Nationen gefunden haben, um in Palästina einwandfrei Land zu kaufen, und ich beantrage, der Kongress möge seinen ausführenden Organen entsprechende Direktiven erteilen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Wolffsöhn: Es liegt ein Antrag auf Schluss der Debatte über den Bericht bezüglich des Nationalfonds vor. Ich glaube, dass alles, was nur irgend möglich ist, bereits darüber gesagt wurde, und werde den Antrag daher sofort zur Abstimmung bringen.