Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 254)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 256 — — mit unserer endgültigen Heimstätte, mit unserem unmittelbaren Zentrum in Palästina ein einziges, kompaktes, national-jüdisches, grosses Ganze bilden wird. Die Einbeziehung der Nachbarländer oder auch nur der nächsten Nachbarländer in den Arbeitsbereich der zionistischen Organisation ist auch — neben dem grossen, dauernden Nutzen — die Einigungsbasis, die wir heute den Territorialisten, den Ugandisten und allen anderen in bezug auf die Ausführung unseres alten Programms zweifelhaft Gewordenen bieten können. Diese Erweiterung des palästinensischen Landgebietes ist das positive, zionistische Gegenstück zu dem negativen und neuzionistischen Ugandaplan. Was nun die Nachbarländer betrifft, so werde auch ich darauf dringen müssen, dass über die El Arisch-Affäre Licht verbreitet werde, besonders da verlautet, dass politische Dinge und nicht die Wasserfrage die Leitung unserer Organisation veranlasst haben, den El Arisch-Plan — ob vorläufig oder auf die Dauer, blieb offen — als gescheitert hinzustellen. Aber in diesem Augenblick lege ich den Hauptwert nicht auf die Klärung der speziellen El Arisch-Frage, sondern auf die allgemeine Feststellung, dass die Erreichung unseres Zieles auf dem Boden von Palästina und der Nachbarländer durchaus möglich ist, und dass auch die Tätigkeit, die wir wegen gewisser Schwierigkeiten zunächst nicht' in Palästina selbst ausführen können, jetzt schon in den Nachbarländern ausgeführt werden kann, und dass dies gleichzeitig der beste Weg zur Erlangung Palästinas selbst sein wird, das immer unser Hauptland, immer unser Zentrum bleiben muss. Ich will auch an dieser Stelle gleich weiterhin die Feststellung vorbringen, dass diese Einbeziehung der Nachbarländer nicht eine Form ohne Inhalt, nicht ein Wort ohne praktische Bedeutung ist, sondern wir brauchen dort nur anzuklopfen, um Entgegenkommen zu finden, und dieses Entgegenkommen bedeutet nichts weniger als Land, -Brot und Freiheit, Autonomie und ungehinderte jüdische Entwicklung für Tausende von Juden als ein Anfang und für einen beträchtlichen Teil sder Nation in nächster Zukunft. Ihre Sache wird es sein, Ihrem A. C. entsprechende Aufträge zu geben und diesen Aufgaben ein entsprechendes A. C. Meine Damen und Herren! Der Zionismus will den erlösungsbedürftigen Millionen unseres Volkes auf dem Boden der alten* Heimat die neue Heimstätte errichten, er will das jüdische Volk wieder herstellen, indem er ihm in Palästina eine Heimat schafft. Dies ist der Sinn unseres Programms. Haben wir nun unser Landgebiet weiter gefasst, so haben wir damit die Möglichkeit, die uns der Ugandaplan niemals gegeben hätte, nämlich die Richtung der jüdischen Auswanderung im Sinne des zionistischen Landprogramms zu beeinflussen. Selbstverständlich. ist dabei, dass an eine plötzliche völlige Umkehrung der Auswanderungsrichtung nicht zu denken ist. Es darf uns aber die Aufgabe nicht zu klein erscheinen, die Ablenkung der Judenwanderung im zionistischen Sinne in dem notwendigerweise kleinen Umfange zu beginnen, in dem alle grossangelegten Werke solcher Art begonnen werden müssen, um sich gesund entwickeln zu können. Meine Damen und Herren! Von der Auswanderungsfrage ist schon im Berichte des A. C. und auch in den Bemerkungen von N o r d a u gesprochen worden. Dr. Nordau sagte, das Emigrationsamt der jüdischen Gesellschaften sei nur als eine Vorbereitung der endgültigen Wanderung für uns von Wert. Marmorek sagte, . dass wir Zionisten nirgends fehlen dürfen, wo zum Besten des Judentums gearbeitet wird, und in diesem Sinne, sagt Architekt Marmorek, hätte die zionistische Bewegung ihre weitverzweigte Organisation dem Auswanderungsamte zur Verfügung gestellt.