Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 255

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 255 (sequence 253)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476268--2465-3478604
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 255 — ist aber nicht genug. Um die Mittel des Nationalfonds stärker einfliessen zu machen, müssen wir solche Massnahmen treffen, dass die Sache nicht dem Zufalle und der Laune allein überlassen bliebe, sondern ständige Quellen für die Vergrösserung der Mittel des Nationalfonds eröffnet wären. In der „Welt" finden wir unter der Rubrik ,, Selbstbesteuerung", dass manche jährliche oder monatliche Beiträge für den Nationalfonds leisten. Jüngst wurde auf einem Delegiertentage in einem Rayon beschlossen, 1/2 % der Einkünfte dem Nationalfonds zu geben. Beide Wege entsprechen aber unserem Zwecke nicht. Letzterer ist nicht objektiv genug, und delikater Natur, weil man doch nicht jeden fragen kann, wieviel Einkünfte er hat. Was die jährlichen Spenden betrifft, haben wir dafür keinen Massstab, die hängen ausschliesslich von der zufälligen Laune des einzelnen ab. Die Einkünfte des Nationalfonds können aber nur dann sich entsprechend entwickeln, wenn wir für sie einen objektiven, beständigen und nicht intimen Massstab auffinden. Ich schlage nun vor, eine freiwillige Wohnungsbesteuerung einzuführen. Sie entspricht vollständig den angegebenen Forderungen. Es ist auch von Bedeutung, dass man sich an sie schon gewöhnt hat, denn •eine solche Steuer existiert von Staats wegen fast in allen Staaten. Natürlich muss das so eingerichtet werden, idass die Steuer nicht zu schwer auf -dem einzelnen lastet. Sie wird nach der Höhe der Wohnungsmiete, von einem gewissen Minimum an, berechnet. In den bezüglichen staatlichen Gesetzen und Anordnungen haben wir die Mittel und Wege hierfür bereits -angegeben. Diese Besteuerung soll nicht auf alle Schekelzahler, sondern zuerst nur auf die in den Vereinen organisierten Zionisten angewendet werden. Mein Antrag lautet: ,,1. Die in den Vereinen organisierten Zionisten haben zugunsten des Nationalfonds eine jährliche Wohnungssteuer zu entrichten; 2. die Höhe der Steuer in den verschiedenen Ländern und Distrikten wird von den Landeskomitees bestimmt, wobei empfohlen wird, sich den bestehenden bezüglichen staatlichen Anordnungen anzupassen; 3. es werden auch die nichtorganisierten Schekelzahler zur Selbstbesteuerung eingeladen." Die vorgeschlagene Besteuerung wird nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine organisatorische Bedeutung haben. Wir müssen schliesslich dazu kommen, dass die aktiven und organisierten Zionisten schwerere Pflichten auf sich nehmen und nicht so leicht in die Reihen der „organisierten Zionisten" eingeschlossen werden, wie dies bis jetzt der Fall war. Del. Hurwitz spricht russisch. Del. Weizmann verzichtet auf das Wort. Del. Trietsch: Meine Damen und Herren! Ich habe einen Antrag zu stellen, der den Nationalfonds betrifft, der aber auch den Bericht des A. C. und auch die Organisationsfrage berührt und ich hoffe, Sie werden mir auf einige Minuten Ihre Aufmerksamkeit schenken, besonders da es sich um die positivsten und wichtigsten Aufgaben der zionistischen Bewegung handelt, die ich in Form eines Antrages Ihnen vorlegen und vorerst kurz begründen will. Ich bemerke gleich, dass es nicht meine Schuld ist, wenn so grundlegende Fragen Ihnen erst jetzt vorgelegt werden können. Meine Dörnen und Herren! Der grösste Fortschritt, den wir in diesen letzten zwei Jahren im Zionismus zu verzeichnen hatten, war die wachsende Ueberzeugung, dass wir in der Einbeziehung der Nachbarländer Palästinas in das Arbeitsfeld der zionistischen Organisation den besten Weg zur Erlangung Palästinas und gleichzeitig auch die beste Möglichkeit gefunden haben, unserem heimatlosen Volke eine Stätte zu geben, eine Heimstätte, meine Damen und Herren, die nicht irgendwo, liegt, sondern s o unmittelbar vor den Toren Zions, dass sie — was immer wir dort erreichen werden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.