Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 241)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476268--2453-3478592- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 243 — führt wird. Von jedem periodischen und Gelegenheitsdruckwerk sind je zwei Exemplare an die Sammelstelle abzuführen. Die Bibliothek wird in den Stand gesetzt, sich am internationalen Schriftenaustausch zu beteiligen. Das Kuratorium setzt alljährlich eine Aufsichtsbehörde ein, die möglichst aus Juden in Palästina besteht. Ausserdem .hat sie für regelmässige, sachgemässe Revisionen des Bestandes und der Verwaltung Sorge zu tragen. Das Kuratorium ist durch die Bibliothekkommission dem Zionistenkongresse verantwortlich." Ich möchte Ihnen diesen Antrag dringend ans Herz legen und Sie bitten, ihn einstimmig anzunehmen. Es ist darin insofern nicht etwas Neues .gelegen, als unser Kongress wiederholt für die Bibliothek Beiträge bewilligt, aber leider nicht zur Auszahlung gebracht hat. Etwas Neues liegt nur darin, dass wir von fachmännischer Seite endlich diese Bibliothek planmässig gründen und erweitern lassen wollen. Wir wollen das ungeheuere Verdienst, das Herr Dr. Josef Chasanowicz sich durch Gründung dieser Bibliothek erworben hat, nicht schmälern, im Gegenteile wollen wir zeigen, wie grossartig der Gedanke war und wie ungeheuer das Verdienst des Herrn Dr. Chasanowicz war. Herr Dr. Chasanowicz hat durch seinen Bevollmächtigten sein Einverständnis mit diesem Antrage erklärt, so dass wir von dieser Seite wie auch von Seite der B'ne Berith-Loge keine Schwierigkeiten zu erwarten haben. Hier auf dem Kongresse flatterten Flugblätter, Broschüren, einzelne Zeitungen usw. herum, Drucksachen, die jedermann interessierten, die aber ebenso schnell vernichtet sind, als sie herumflatterten, und doch sind das Dokumente, die Bedeutung haben für die Geschichte des jüdischen Volkes, gleichviel, von welcher Seite sie ausgingen. Wenn aber nicht der eine oder der andere den Gedanken hat, diese Flugblätter zu sammeln, sind diese Dokumente einfach verschwunden. Wir wollen in Jerusalem nicht nur eine Nationalbibliothek in dem Sinne schaffen, dass dort das ganze jüdische und .allgemeine Wissen im jüdischen Sinne vereinigt ist, wir wollen dort auch ein gedrucktes Archiv unserer jüdischen Geschichte haben, wozu der Zionismus heute in erster Linie gehört. Ich bitte Sie, sich daran zu beteiligen, indem Sie unseren Antrag annehmen. Die Nationalbibliothek in Jerusalem wird, sein für die jüdische Literatur und Wissenschaft, für das jüdische Schrifttum eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina. (Stürmischer Beifall.) Präsident Dr. Nordan: Der Beifall, mit dem Sie den Antrag aufgenommen haben, zeigt, wie sympathisch er Sie berührt hat. Formell wird es wohl richtig sein, ihn dem A^ C. zuzuweisen. Del. Dr. H. Loewe: Ich halte das nicht für richtig, weil wir besprochen haben, die Bibliothek dem Nationalfonds zuzuweisen, und da ist der Kongress die einzige juristische Instanz, die das machen kann. Schriftführer Dr. "Weizmann übersetzt den Antrag ins Russische. Del. Kremenezky: So sympathisch der Vorschlag des Herrn. Dr. Loewe sonst klingt, ist er einfach undurchführbar, weil er mit den Statuten des Nationalfonds nicht vereinbar ist. Es kann also darüber nicht diskutiert werden. Del. Aleiuikow spricht russisch.