Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 242)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 244 — Schriftführer Dr. Weizmann: Es ist ein Antrag1 eingelaufen, dass der Kongress mindestens um einen Tag verlängert werde, und es wird das Präsidium ersucht, darüber sofort abstimmen zu lassen, da von seiner Annahme oder Ablehnung die weiteren Verhandlungen abhängen. Präsident Dr. Nordau: Ich kann es nicht auf mich allein nehmen, diesen Antrag zur Abstimmung zu bringen. Ich bitte daher um die Erlaubnis, mit der Abstimmung zu warten, bis die Vizepräsidenten eintreffen, damit ich mich mit ihnen über diesen Antrag bespreche. Del. Prof. Dr. Warburg: Erlauben Sie mir die Bemerkung, dass es durchaus nicht in der Absicht und Idee des Antrages Loewe liegt, dass der Nationalfonds als solcher direkt der Eigentümer der Bibliothek wird. Es besteht nur die Absicht, wenn mit 'der^ Zeit die Sache finanziell geregelt sein wird, das Ganze dem Nationalfonds als Stiftung zu übergeben. Also mit dem Statut des Nationalfonds stimmt das durchaus überein. Der Nationalfonds darf Stiftungen übernehmen. Ob er es tut oder nicht, ist eine andere Frage. Hier handelt es sich um den prinzipiellen Beschluss, den Versuch zu machen, diese Bibliothek in die Hand einer zionistischen Organisation zu bekommen. Bringen wir die Geldmittel, die dazu nötig sind, nicht auf, wird der Beschluss von selbst hinfällig, wie mjanches andere, was versucht worden ist. Wir glauben die Sache aber fertig bringen zu können, wenn wir für die ersten Jahre eine Unterstützung von je 4000 Francs bekommen. Ob diese 4000 Francs aus den Schekelgeldern bezahlt werden können, können wir hier ebensowenig übersehen, wie das bei der Palästinakommission möglich war. Wir nehmen aber an, dass es möglich sein wird, und der Kongress soll deshalb beschliessen, diese 4000 Francs zu bewilligen. Nachher hat das A. C. diesen Betrag auszuzahlen. Ob es das imstande sein wird, ist eine zweite Frage. (Lebhafter Beifall.) Präsident Dr. Nordau: Der Kongress ist über die Sachlage nun vollständig aufgeklärt, sie bedarf keiner weiteren Erörterung, und Sie können getrost zur Abstimmung schreiten. Wer für die Annahme des Ihnen auch in russischer Sprache vorgelesenen Antrages des Herrn Dr. Loewe ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist angenommen. (Lebhafter Beifall.) Del. Kremenezky: Nach den jahrelangen Erfahrungen, die wir gesammelt haben, haben solche Resolutionen gar keinen Wert, wenn nicht auch dafür gesorgt wird, dass das nötige Geld vorhanden ist. Del. Kaplan-Kaplansky: Ich will eine Erklärung abgeben, die müder gestrigen Abstimmung über den Bericht der Palästinakommission in Verbindung steht. Ich will nur feststellen, da die Generalredner gestern nicht zu Worte gekommen sind, unter denen auch meine Wenigkeit sich befunden hat, dass sich hier eine starke Partei befindet, die mit der allgemeinen Fassung der gestern beschlossenen Resolution — vom Zusatzantrage Marmorek abgesehen — nicht einverstanden ist. Die Partei, die mich ermächtigt hat, hier zu sprechen, will speziell das soziale Moment in unserer Palästinaarbeit betont wissen, während dasselbe in dieser Resolution unklar und unberücksichtigt geblieben ist. Wir wollen auch betonen, dass, wenn wir auch auf dem Standpunkte stehen, sdass das, was gestern beschlossen worden ist, den positiven Teil unserer Köngressarbeit bildet, wenn wir auch die Palästinaarbeit sehr freudig begrüssen, wir doch nicht eine Kolonisation um jeden Preis wollen, sondern nur eine solche Kolonisation, die mit unseren staatsrechtlichen Garantien, die die Grundlage unseres Programmes bilden, und mit unseren sozialen Anschauungen in Einklang gebracht werden kann. Ich will nun diejenigen Resolutionen vorlesen, dieich gestern hätte vorlesen sollen.