Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 231)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 233 — dem Nationalfonds zugewendet. Wir haben gefunden, dass in verschiedenen andern Ländern, wo die Sammler ihre Abzüge für Porti usw. nicht erhielten, sie einfach mit der Arbeit für den Nationalfonds aufhörten, weil sie nicht arbeiten konnten. In Oesterreich hat der letzte Parteitag beschlossen, vom Nationalfonds keine Abzüge zu machen. Dadurch wurde dem Sammler die Möglichkeit genommen, zu arbeiten, er konnte die Spesen nicht bestreiten, und ich musste ihm das Geld geben. Mit Beschlüssen allein ist eben nicht geholfen. Es, kommt auch nicht darauf an, dass der Nationalfonds etwas Spesen hat; wenn nur tüchtig gesammelt wird, geben wir gerne 5—7 0/o von den einlaufenden Beträgen ab. Also die Herren können sich beruhigen bezüglich der 11 o/o für Spesen, es sind^ dieselben eigentlich nicht höher als 8,4 °/o, wie in der vorver-' gangenen Periode. Betreffend die Selbstbesteuerung sollte es Pflicht eines jeden Zionisten sein, einen bestimmten Betrag abzuliefern und Freunde dazu zu veranlassen. Sie dürfen nicht vergessen, dass wir ein grosses Volk sind und dass alle Juden für den Nationalfonds alljährlich spenden sollten. Der Betrag ist Nebensache; wenn er auch noch so klein ist: Wenn jeder einen Betrag monatlich abliefert, bekommen wir ganz andere Beträge zusammen, als die bisherigen, die geradezu lächerlich sind. Ich bitte um Annahme der von mir beantragten Resolutionen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Temkin: Die „politischen" Zionisten aus Russland erklären, dass Sloustsch keinen Auftrag gehabt hat, im Namen der „politischen" Zionisten seine heutige Erklärung abzugeben. Er hat nur das Recht gehabt,, in seinem eigenen Namen zu sprechen, und die „politischen" Zionisten haben ihre Missbilligung für sein Vorgehen ausgedrückt. Vizepräsident Kohan-Bernstein übersetzt diese Mitteilung ins Russische. Del. Dr. Wormser: Verehrter Kongress! Im Anschlüsse an das vorzügliche Referat des Herrn Dr. Kremenezky möchte ich mir erlauben, Ihnen eine Anregung zu geben, welche uns in der Schweiz einen ausgezeichneten Erfolg für den Nationalfonds geliefert hat. Wir haben diese Anregung bereits in der „Welt" veröffentlicht und nach dem Resultat des letzten Jahres uns bereit erklärt, über die Details der Aktion jeden Aufschluss zu geben. Leider kam keine Anfrage an uns. Ich benütze deshalb die Gelegenheit, um Ihnen mitzuteilen, was wir in dieser Beziehung gemacht haben. Sie haben auf Ihren Tischen die Anregung der rumänischen Landsmannschaft über die neun Selbstverleugnungstage gefunden. Wir haben diese Zeit der Tischa beab-Feier benutzt, um an sämtliche Juden der Schweiz — ob Zionisten oder nicht — einen Aufruf zu erlassen, dessen Wort laut ich Ihnen vorlesen möchte. Der Aufruf des letzten Jahres lautet (liest): „In wenigen Tagen beginnt die Trauerzeit, da das gesamte jüdische