Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 228)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 230 — und auszuweisen, so würden sie unserem Volke dienen und sich selbst mehr Achtung verschaffen! (Lebhafter Beifall.) Da aber alle trotz vieler Anregungen die Sache nicht ernst genug .nehmen, dann ist's .um unser armes unglückliches Volk freilich sehr traurig bestellt! Wir müssen an diesem Punkte zu unserem Bedauern ferner konstatieren, dass es nicht allein das grosse Publikum ist, dem das Verständnis für den Nationalfonds, das grosse Instrument für Landankauf in Palästina, abgeht; leider fehlte diese Empfindung auch den meisten Delegierten auf dem letzten Kongresse, denn kaum war das Referat über den Nationalfonds angesagt, so war auch schon der Saal leer! Die Beträge, die wir innerhalb einer Periode von mehr als drei Jahren zusammengebracht haben, wären ja für einen Verein eine sehr hübsche Summe, aber für eine Weltbewegung, wie die unsere, ist das — bei aller Anerkennung für einzelne sehr fleissige Gruppen und erzielte Fortschritte in einzelnen Ländern — ein beschämender Betrag, wenn man bedenkt, dass wir, um nur einen grösseren Anfang zu machen, wenigstens das Hundertfache dieses Betrages brauchen! Wir können nicht oft genug wiederholen, dass dort, wo sich Arbeiter finden, es an Spendern nie fehlt: Alle Juden, welcher Parteischattierung immer, verweigern selten einen Beitrag für den Nationalfonds. Das haben wir überall bestätigt gefunden. So ist zum Beispiel Oesterreich, welches in bezug auf die Ergebnisse in der ersten Periode an fünfter Stelle figurierte, in der eben abgelaufenen Periode in die zweite Reihe vorgerückt, kommt also gleich nach Russland. Das Geheimnis besteht einfach darin, dass es uns gelungen ist, in Oesterreich eine Anzahl fleissiger und beherzter Mitarbeiter zu finden, die durch unverdrossene intensive Arbeit diesen Erfolg herbeigeführt haben. (Lebhafter Beifall.) Dies verdient um so mehr hervorgehoben und anerkannt zu werden, als die meisten Beträge aus dem armen Galizien kommen, wo jetzt für den Zionismus und insbesondere für den Nationalfonds fleissig gearbeitet wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ein zweites gutes Beispiel liefert uns Südafrika. Wenn in der ganzen Welt, wo Juden wohnen, so fleissig gearbeitet würde, wenn auf jeden Juden ein solcher Betrag entfiele wie in Südafrika, dann würden wir die Kapitalien, die erforderlich sind, um unser Ziel zu erreichen, in kürzester Zeit beisammen haben! Die Herren in Südafrika nehmen eben die Sache sehr