Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 212)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 214 — Man hätte doch gewiss in der zur Verfügung stehenden Zeit Spezialisten finden können unter den jungen Zionisten. Die Arbeit in Palästina mussgeleistet werden nicht nur mit Geld, sondern in erster Linie mit Liebe, und deshalb muss man dazu möglichst viele zionistische junge Leute einladen.. Der Baron Hirsch hat wohl guten Willen gehabt, er hat auch das Geld gehabt, aber er war in Paris und, die er geschickt hat, haben keinen guten Willen gehabt. Diejenigen, die geschickt werden, sollen nicht. unsere Beamten, sie sollen Zionisten sein, unsere Freunde. In Palästina soll nur Platz sein für Zionisten. Die wir hinschicken, müssen Liebe zur Sache haben. (Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Pasmanik: Das Losungswort unserer Gegner wird jetzt sein,, dass der VII. Kongress begonnen hat, in den Chowewe-Zionismus zu verfallen. Deshalb müssen wir unsere Position klarstellen, damit man mit einer solchen Beschuldigung nicht kommen kann. Wir müssen uns aber auch darüber klar werden, dass eine Veränderung zwischen dem letzten, und dem jetzigen Kongresse Platz gegriffen hat. Während man vorher sagte, dass man ohne Charter nichts tun kann, sagt jetzt die Palästinakommission (Bemerkungen von Prof. W a r b u r g zum Bericht): „Hier muss ich mich auch energisch gegen die zuweilen ausgesprochene Ansicht wenden, dass ohne Charter in der Türkei alles unsicher sei, und dass jede. Arbeit daselbst durch einen einzigen Federstrich weggewischt werden könne." Ich habe schon längere Zeit diese Ansicht verteidigt, dass man nicht die Hände in den Schoss legen soll, bis der Charter da ist, sondern dassauch Arbeit geleistet werden kann, bevor wir den Charter haben und ich. freue mich, dies durch die Kommission 'bestätigt zu sehen. Es fragt sich nun, welche Arbeit. i. These. Mit dem Gelde des Nationalfonds, so wie er jetzt ist, wobei derselbe nicht das Recht hat, auf eigenen Namen Land in Palästina zu kaufen, dürfen wir prinzipiell kein Land »ankaufen: Wir' können dieses Geld Privatgesellschaften leihweise geben, diese müssen aber dafür haftbar bleiben, der Nationalfond darf jedoch jetzt kein Land in Palästina kaufen. Wir haben aber trotzdem grosse Arbeit *zu leisten. Vor allem sind' verschiedene Institutionen in Palästina einzurichten, die der Privatinitiative alle Mittel in die Hand geben, um dort auf eigenes Risiko eine agrarische oder industrielle Unternehmung einzurichten, und in dieser Richtung ist leider sehr wenig geschehen. Da muss ich aber auch bemerken, dass eine Kommission, die in Berlin ihren Sitz hat, in dieser Richtung sehr wenigtun kann. Man kann von Berlin die Sache nicht leiten, sondern wir müssen, was ich am vorigen Kongresse gesagt habe, eine Kommission oder eine einzige Vertrauensperson haben, die in Palästina selbst wohnt. Ich habe eine Masse Briefe aus Palästina bekommen, in denen man sich beklagt über die Palästinakommission in Berlin. Ich will niemand nahetreten, aber in Palästina ist man mit der bestehenden Kommission nicht sehr zufrieden.. Diejenigen, welche wissen, dass ich selbst für einzelne Mitglieder eingetreten bin, werden mir kein anderes Motiv zuschreiben, als die Wahrheit. Ich kann nicht wissen, ob alle Klagen begründet sind, aber man erklärt manche Vorschläge der Kommission für unpraktisch, z. B. in Bezug auf Oelbaumjprojekte. Man sagt unter anderem, dass in Palästina schon Boden angekauft worden ist, um eine landwirtschaftliche Untersuchungsstation einzurichten. Da berief man Experten, es kamen die Herren S o s k i n und Aaronson und erklärten den Boden für untauglich. Aber jetzt sucht man wieder Boden, dann wird man wieder Soskin nach Palästina schicken, und das alte Spiel wird sich wiederholen. Also eine Kommission an Ort und Stelle ist notwendig. Wenn wir einen Charter nicht erreichen, so können, wir doch etwas erlangen, was vielleicht stufenweise zu demselben Ziele