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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 201

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 201 (sequence 199)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 201 — lieh, da sie den Zionisten Erfolge vortäusche und sie so von der auf das Hauptziel gerichteten Arbeit ablenke. Aber ist es denn nicht eine allgemeine Wahrheit, dass man, bevor man eine ISache beginnt, sie erst studiert, und wenn man sie genügend erforscht hat, sie erst in 'kleinem Masstabe ausprobiert? (Lebhafter Beifall.) Der Rechtstitel, dass wir vor 2000 Jahren Palästina belassen, ist bei den Mächten an sich und allein nicht wirksam genug, wir müssen uns dazu auch noch moderne Rechtstitel schaffen, und diese bestehen darin, dass wir den Beweis führen, dass wenn auch nicht de jure, so doch de facto Palästina wirtschaftlich unserem Einfluss untersteht (Beifall), und dass alle wesentlichen grösseren Fortschritte des Landes unserer Initiative und unseren ökonomischen Machtmitteln ihren Ursprung verdanken. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Hier muss ich mich auch energisch gegen die zuweilen ausgesprochene Ansicht wenden, dass -ohne Charter in der Türkei alles unsicher sei, und dass jede Arbeit daselbst durch einen einzigen Federstrich weggewischt werden könne. Ich will der türkischen Justiz durchaus kein Loblied singen, dass aber flagrante Rechtsbrüche, wie Wegnahme von Immobilien, Schliessung von Fabriken, Aufhebung von Siedelungen, Zerstörung von Pflanzungen seitens der Regierung in der Türkei häufiger vorkommen, als in anderen Staaten, muss noch erst bewiesen werden; und gegen Kriegszustände, Revolutionen, Bürgerkriege etc. nützt ein Charter eben auch nichts. Dass das wirtschaftliche Eindringen der Juden in Palästina dem Lande zum Vorteil gereicht, sieht die türkische Regierung schon jetzt ein, und wird es auch jederzeit begünstigen, solange sie nicht die Befürchtung hegt, dadurch die Invasion anderer Grosslmächte zu fördern oder eine politisch separatistische Bevölkerung dort grosszuziehen. Es ist unsere erste und wichtigste Aufgabe, stets und überall in dieser Richtung aufklärend zu wirken und zu betonen, dass die von uns erstrebte administrative Autonomie nichts mit politischen Separationsgelüsten zu tun hat. (Bravo!) Ebenso wichtig aber ist es für uns, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu beweisen, dass wir durchaus nicht irgend einer der rivalisierenden Grossmächte in Palästina Vorschub leisten; und das können wir leicht dadurch zeigen, dass wir einerseits die Juden türkischer Nationalität in Palästina bevorzugen, und andererseits bei den wirtschaftlichen Unternehmungen, an denen wir uns beteiligen, wie bisher, so auch in Zukunft keiner europäischen Grossmacht eine überwiegende Stellung einräumen. (Beifall und Händeklatschen.)

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