Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 198)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 200 — Kommission in Angriff genommen hat, für die Partei absolut nötig und unentbehrlich* sind. (Beifall und Händeklatschen.) Sie vernachlässigen heisst nichts weiter, als sie auf die Zeit nach Erlangung des Charters verschieben'; aber es ist klar, dass man dann nicht viel Zeit für langwierige Studien haben wird. Will man also nicht ein grosses Risiko laufen, indem man durch den Charter Aufgaben grossen Stiles übernimmt, deren Tragweite man nicht kennt, deren Grundlagen man nicht studiert hat, so muss man sich schon vorher, d. h. jetzt, mit der Gesamtheit der praktischen Palästinafragen bekannt und vertraut gemacht haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Aber auch die Erlangung des Charters wird durch Inangriffnahme der jetzt schon möglichen wirtschaftlichen Arbeiten in Palästina sicherlich eher erleichtert, als erschwert. (Bravo!) Die Auffassung Zangwills, dass der Sultan, wenn Leute schon jetzt so dumm sind, für ihn zu arbeiten, sich hüten werde, ihnen Rechte zu gewähren, leidet an einem logischen Fehler. (Bravo!) Sie würde richtig sein, wenn es sich um ein kleines Arbeitsgebiet handelte, ich will sagen, um ein Gut, das schon jetzt völlig freiwillig ohne rechtlichen Kontrakt bearbeitet würde. Hier handelt es sich aber um ein ganzes Land, und was wir schon jetzt dort beginnen können, ist im Verhältnis zum möglichen nur ein minimaler Bruchteil. Hier gilt das Wort „Der Appetit kommt beim Essen." (Beifall.) Sieht der Sultan erst, was wir können, und was wir zum Nutzen des Landes leisten, so wird er auch leichter unseren Wünschen zugänglich sein und ebenso die Mächte, die uns bei der Erlangung des Charters unterstützen sollen. Meiner festen Ueberzeugung nach können wir erst dann die Erlangung eines Charters erwarten, wenn wir die Grundlagen wirtschaftlicher Arbeit in Palästina gelegt haben werden (Beifall und Händeklatschen), auf die wir dann bei unserer politischen Arbeit hinweisen können. Nur eine schon geleistete positive Arbeit kann uns den nötigen Kredit bei den verschiedenen Mächten verschaffen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) So lange wir nur unsern guten Willen beteuern, ohne auf Taten weisen zu können, werden wir tauben Ohren predigen und werden weder Glauben bei der Türkei, noch Vertrauen seitens der Grossmächte finden. (Zustimmung.) - Die Gegner "dieser/Ansicht suchen die Gegenwartsarbeit in Palästina als kleinlich zu entwerten und stellen sie dem schwächlichen Tun der ' Chowewe-Zion gleich; sie bestreiten, dass dieselbe unser Hauptziel, die Erlangung des Charters, wesentlich zu fördern vermöge, ja vielleicht sei sie sogar schäd-