Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 183)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 185 — für die die Heranziehung von Kräften durch Bildung von Kommissionen in den verschiedenen Hauptzentren der Bewegung sehr nützlich und sehr erwünscht erscheint. Diese Kommissionen müssten aber dotiert sein und «inen Vertreter im A. C. haben. Das ist der springende Unterschied zwischen unseren Anträgen und denjenigen des Herrn Dr. Grone mann, welcher sich darauf beschränkt, den Wunsch auszusprechen, dass ein Ausschuss für Propaganda, Presse und Agitation gebildet werde, aber die Vertreter dieser Kommissionen gerade unter den Mitgliedern der leitenden Körperschaften sucht, demnach wiederum eine Kumulierung von Pflichten veranlassen will, und an eine Dotierung der Kommission nicht denkt. Unter diesen Kommissionen, die zu schaffen waren, steht an erster Stelle die Propaganda-Kommission. Wenn ich von Propaganda spreche, verstehe ich sie im weitesten Sinne, ich denke dabei an eine Ausdehnung unserer Bewegung, der Machtmittel und vor allem der Einflusssphäre des Zionismus. Unter dieser Bezeichnung umfasse ich eine ganze Reihe von Dingen, die sich von dieser Tribüne aus nicht präzisieren lassen, die Sie aber verstehen werden, und die zu den wichtigsten gehören. Unsere Propaganda ist gegenwärtig lokalen Organisationen und dem Zufalle überlassen. Niemand wird aber verkennen, von welch grosser Bedeutung es wäre, wenn fürderh'in die Propaganda in energischer Weise, und zwar auf dem Wege der Verständigung der Vertreter einer Propaganda- Kommission, in den Hauptzentren unserer Bewegung geführt würde. Bis jetzt glich die Propaganda einem Guerillakrieg, der von kleinen Abteilungen unter Leitung von Leutnants geführt wurde, die sich nicht verständigten. In Zukunft wollen wir eine grosse Propagandakampagne unter Leitung eines Generalstabs nach strategischen Prinzipien führen. Hierzu fordert uns die heutige Situation des Zionismus auf. Unsere Machtmittel sind noch zu gering, um reale Sozialpolitik zu treiben. Andererseits hat der Zionismus dadurch, dass das A. C. bereits im April 1904 die praktische Arbeit in Palästina inaugurierte, eine grosse neue Chance gewonnen. Sie werden nicht verkennen, dass der Umstand, dass wir jetzt auf reale Arbeit hinweisen und uns darauf berufen können, dass wir schon jetzt eine Heimstätte für die Massen zu schaffen beginnen, für die grossen Kreise des jüdischen Volkes etwas Anziehendes hat, und dass dieser Umstand dir Propaganda bedeutend erleichtert, zumal wir heute nicht mehr nötig haben, in vehementer Polemik uns gegen andere Gruppen des jüdischen Volkes zu wenden, sondern dieselben friedlich heranziehen können. Derselbe Umstand kann uns auch behilflich sein, auf dem Wege energischer Propaganda unter den Arbeitern die Zahl der Koalition zu erhöhen. Um aber diese Propagandaarbeit leisten zu können, müssen wir ein neues Werkzeug schmieden. Als solches betrachten wir die Einsetzung einer Propaganda-Kommission, die Vertreter in allen Hauptzentren haben soll. Die Aufgabe dieser Kommission ist klar. Sie hätte zunächst die lokale Propaganda zu überwachen, damit sie einheitlich vorgehe. Sie hätte ferner dafür zu sorgen, dass grosse Veranstaltungen in allen Zentren arrangiert werden und nicht immer dieselben lokalen Redner auftreten, deren Anziehungskraft sich vielleicht schon ' abgeschwächt hat. Sie hätte weiter dafür zu sorgen, dass Kräfte, die sich organisatorisch zu betätigen wissen, dorthin geschickt werden, wo noch keine Gruppen bestehen,* um neue Gruppen zu schaffen. Als weitere Aufgabe erscheint die Ueberwachung der Parteiorgane und die Schaffung neuer Parteiorgane. Dr. Grone mann hat eine Idee berührt, die ich schon vor einigen Monaten in einem Aufsatze über die Entwicklung des Zionismus ausgeführt habe, indem er von der Schaffung eines national-jüdischen Tagblattes sprach. Allerdings hat er die Sache