Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 184)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 186 — platonisch hingestellt, ich möchte aber zur Ueberzeugung bringen, dass das eine äusserst wichtige Sache ist, die wir ernst in Angriff nehmen müssen. Vizepräsident Wolffsohn: Ich bitte, sich kürzer zu fassen und zu Ihrem Antrage zu kommen. Del. Dr. Nossig: Ich komme gleich dazu. Vizepräsident Wolffsohn: Haben Sie ihn schriftlich? Del. Dr. Nossig: Jawohl. Schliesslich möchte ich noch einen Punkt berühren, der mir als Aufgabe der Propaganda erscheint, das wäre die Ausgestaltung der Kongresse. Diese sind nicht nur Instrumente der Agitation, sondern auch für die Propaganda. Wenn wir der ersten Woche, die politischen Beratungen gewidmet ist, eine zweite Woche anschliessen, die der Schaulust und den gesellschaftlichen Bedürfnissen Rechnung trägt, wenn wir damit eine Ausstellung der Schulen und Anstalten aller jüdischen Organisationen veranstalten, wenn wir die Vertreter derselben als Gäste einladen, wenn wir aus den Werken der jüdischen Maler und Bildhauer einen vornehmen Salon gestalten w-ürden, wenn wir auch nichtjüdische Redner, die mit uns sympathisieren, an unseren Kongressen auftreten liessen, so könnten wir nicht 2000, sondern 10 000 von Glaubensgenossen heranziehen, besonders wenn der Kongress von Zeit zu Zeit auch in grossen Residenzen stattfinden würde. Dadurch könnten wir. zur Vertretung des ganzen jüdischen Volkes heranwachsen, wenn wir verstehen, dieses um uns zu gruppieren. Die Aufgaben der Propaganda-Kommission sind so bedeutend, dass manche unserer Gesinnungsgenossen, mit denen wir uns früher verständigt haben, sich bereit erklärt haben, einer derartigen Kommission beizutreten. So sagten Präsident Dr. Nord au und Dr. Alexander Marmorek für Paris zu. In Russland haben Dr. Tschlenow und R o s e n b a u m versprochen, sich mit dieser Sache zu befassen. Rosenbaum erklärte, dass .dieses das einzige Amt sei, welches er anzunehmen bereit wäre. Ich komme nun zum letzten Punkte des Antrages, welcher Ihnen vielleicht als der schwierigste erscheinen wird, zur Finanzierung, zur Dotierung der Kommission. Die Antragsteller betrachten es als unerlässlich, eine solche Kommission mit 12000 Mark jährlich zu dotieren. Nach einer Beratung, die wir mit unserer leitenden Finanzautorität, Herrn Wolffsohn, hatten, hat sich herausgestellt, dass für diese Zwecke auch nicht ein Pfennig neuen Geldes beschafft werden muss, da für die Propaganda schon heute weit über 60 000—70 000 Schekel gezahlt werden. Es müssten also bloss die 12 000 Mark auf die einzelnen Landesorganisationei\ umgelegt und ein kleiner Teil für die Zentrale der Propaganda benützt werden. Ich gestatte mir nun, Ihnen den Wortlaut des Antrages vorzulesen. Derselbe lautet (liest): Antrag, betreffend die Einsetzung einer Propaganda- Kommission. 1. Behufs energischer und planvoller Einführung der zionistischen Propaganda in allen Ländern wird eine Propaganda- Kommission eingesetzt, deren Mitglieder auf alle Hauptzentren der Bewegung verteilt werden, 2. Zunächst werden Kollegien von je drei Mitgliedern in Russland, Berlin, Wien, Paris, London und New York in Aussicht genommen. 3. Die Kollegien sind gehalten, in steter enger Fühlung unter einander, sowie mit dem A. C. und den leitenden Körper-