Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 177)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 179 - erklärt werden, dass wir, die wir auf unser Judentum stolz sind und die Interessen der jüdischen Gesamtheit vertreten, ■energisch jede Verantwortlichkeit für diese Organe aus dem Judentum geflohener Leute, ablehnen, dass wir diese Leute nie und nimmer als berechtigte Repräsentanten unseres Volkes betrachten können. Vielleicht ist es begreiflich, wenn die Besitzer und Leiter dieser Blätter angesichts der stolzen und freien Sprache, die hier geführt wird, verstummen. Das traurigste aber ist es, wenn auch solche Blätter, welche vorgeben, dem Interesse des Judentums zu dienen, dieselbe Totschweigetaktik, dieselbe Vogel Strauss-Politik treiben. Ist es nicht absurd, wenn in solchen Blättern etwa der Bericht über den Kongress höchstens eingekapselt zwischen der Nachricht von der Verleihung des allgemeinen Ehrenzeichens an einen pensionierten Gemeindediener und von der Silberhochzeit des Bälgetreters irgend einer Orgelsynagoge erscheint. Da sollte unsere Propaganda einsetzen; es gibt nur ein Mittel, um auf diese Presse einzuwirken, es muss dem Publikum selbst klar^ gemacht werden, dass es geflissentlich durch diese Vorenthaltung objektiver Berichte, durch diese Verschweigung interessanter Ereignisse getäuscht wird. Die Leser dieser Blätter müssen aufgerufen werden, von ihren Zeitungen Rechenschaft zu fordern und eventuell die Konsequenzen zu ziehen. Ich bin überzeugt, dass ungeheuer viele Leser, sogar solche, welche dem Zionismus feindlich gesinnt sind, doch über alle Vorgänge orientiert werden wollen und in gerechter Entrüstung sich einem derartigen Proteste anschliessen würden. Die grosse, ihrer Pflicht bewusste Weltpresse ist gerne bereit, wie hier durch die Kongressberichte, so auch sonst, wenn Dinge von allgemeinem Interesse geschehen, uns ihre Spalten zu erschliessen. Nur muss dafür gesorgt werden, dass authentische Mitteilungen in regelmässigen Zwischenräumen an sie gelangen. Deshalb wird nun endlich fder langgehegte Wunsch erfüllt werden müssen, dass am Sitze unserer Zentralleitung eine Korrespondenzredaktion eingerichtet wird, die gehalten ist, in regelmässigen Zwischenräumen, mindestens allmonatlich unter dem Titel „Jüdische Korrespondenz" alle Zeitungen gegen die Erhebung einer mässigen Abonnementsgebühr mit Mitteilungen nicht nur aus der Bewegung, sondern überhaupt aus allen Gebieten der jüdischen Interessensphäre zu versorgen. Das wird für unsere Propaganda von ungeheurer Wichtigkeit sein; auf diese Weise wird aber auch in absehbarer Zeit das unselige Missverständnis schwinden, nach welchem bislang jene gekennzeichneten Blätter als Vertreter jüdischer Anschauungen aufgefasst wurden. Dann wird eine offizielle Auskunftsstelle über