Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 170)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 172 — hört man: „Bei euch Zionisten ist es jetzt so still; es scheint ja nichts zu geschehen!'4 Und wenn das auch ein törichter Vorwurf ist, denn wir wollen ja keine Spektakelschauspiele aufführen, so ist es doch schade genug, wenn wirklich getane Arbeit und wirklich erzielte Erfolge nicht rechtzeitig bekannt werden, oder wenn gar entstellende Berichte in feindlichen Blättern erscheinen, und der Vertrauensmann nicht in der Lage ist, auf Grund authentischen Materials die Wahrheit festzustellen.. Es ist selbstverständlich, dass solche Mitteilungen nichts enthalten sollen, als was wirklich ohne Gefahr der grossen Oeff entlichkeit kundgegeben werden kann. Diese Mitteilungen müssten in den verschiedenen Sprachen abgefasst sein und würden deshalb wohl zweckmässig gleichzeitig in den Zentralstellen der einzelnen Lande§organisationen erscheinen. Es könnten dann die Landesorganisationen diesen Mitteilungen ihrerseits Instruktionen zufügen. Solche regelmässige Mitteilungen und Instruktionen sind absolut notwendig, wenn die Agitation in gleicher Art und gleichmässigem Tempo von Hunderttausenden über den ganzen Erdball Zerstreuten geleistet werden soll. Denn an unserer agitatorischen Arbeit sollen sich ja nicht nur einzelne besonders geschickte Redner oder Schriftsteller beteiligen, sondern es soll ein Arbeitsfeld für alle Zionisten werden. Es ist auf den früheren Kongressen, wenn die Frage der Propaganda erörtert wurde, regelmässig als die wichtigste und erfolgreichste Agitation die von Mund zu Mund erfolgende bezeichnet. Das klingt ja nun nicht nur plausibel, sondern es scheint auch für uns hier sehr bequem. Wenn das wahr ist, nun dann überlassen wir es getrost den einzelnen und reden wir von etwas anderem. Aber es ist nur eine relative Wahrheit. Freilich ist dieses unausgesetzte Arbeiten aller Kräfte ungeheuer wichtig und ganz unersetzlich, aber es kann diese Arbeit nur dann Erfolg haben und unausgesetzt andauern, wenn wir stets für Material sorgen, wenn wir die Grundlagen liefern, wenn wir die einzelnen, in den Stand setzen, erfolgreich zu arbeiten. Dieser Kleinarbeit liegt der schwerste Kampf ob, der Kampf mit dem Indifferentismus. Die schönste Rede, die glänzendste Schrift, sie verfehlen ihren Zweck, wenn niemand sie hört oder liest. Wenn wir die Leute erst an unsere Versammlungen gewohnen und zum Lesen unserer Aufklärungsschriften vermögen, ja, dann haben wir schon fast gewonnenes Spiel; aber darin liegt gerade die Schwierigkeit. Und da ist es Sache der einzelnen Agitatoren, die Leute aus ihrer Schläfrigkeit aufzurütteln, ihnen so viel Interesse einzuflössen, dass sie einmal ein Buch in die Hand nehmen, oder eine Versammlung besuchen. Und ausser dieser vorbereitenden