Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 169)
- Language
- German, English, Hebrew
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seren Kongress. Diese imposante Vereinigung von jüdischen Männern und Frauen aller Länder, aller Berufskreise, aller Weltanschauungen, die sich vereint haben, um über das Schicksal ihres Volkes Beratung zu pflegen, sie ist an sich eine Tat, die jeden, auch den Fernstehenden und den Skeptiker mit Bewunderung erfüllen muss. Dies hier ist die einzige Tribüne der Welt, von der aus unser Volk, das einst allen Völkern der Erde die Grundlagen aller Ethik und aller Lebenskunst gekündet hat, nun sein Leid klagen kann, seinen Protest einlegen gegen die .Vorenthaltung seiner Rechte, sich schützen gegen die Verjährung seines historischen Besitztitels auf das Land seiner Väter. Und je ehrlicher auf diesem Kongresse gearbeitet wird, je weniger er zu Demonstrationen benutzt wird, einen desto gewaltigeren Eindruck muss er machen. Und wie die Errichtung dieser Tribüne, muss die Ausdehnung unserer Organisation, muss das wunderbare Wiedererwachen jüdischer Triebkräfte in Kunst und Literatur, muss die Tatsache, dass wir wieder als ernster Faktor von ersten Grossmächten der Welt angesehen werden, muss dies alles die Aufmerksamkeit auf unsere Bewegung lenken, uns neue Kritiker und neue Freunde zuführen. Der Kongress gewährt uns und allen, die sich für unsere Sache interessieren, einen Ueberblick über das, was erreicht ist; seitdem der Kongress nun nur alle zwei Jahre einberufen wird, haben wir einen solchen Ueberblick nur seltener, und unsere Propaganda leidet deshalb nicht unerheblich durch den unausbleiblichen Ausfall an Interesse in jedem kongresslosen Jahre. Es fehlt dann an einer alle Kräfte anspannenden Machtprobe. Man hat versucht, durch die Ausgestaltung des sogenannten Schekeltages einen gewissen Ersatz zu schaffen. Diese Einrichtung ist aber bislang nicht recht volkstümlich geworden, und man sollte untersuchen, ob es möglich ist, aus dem Schekeltage die öfters schon, vorgeschlagene Institution eines Nationalfeiertages zu entwickeln.- Ein solcher Nationalfeiertag würde jedenfalls aber mit einem unserer hohen Festtage zusammenfallen müssen, damit aber wieder viel von seinem besonderen Charakter verlieren. Immerhin muss aber etwas geschehen, um die Kontinuierlichkeit der Bewegung von Kongress zu Kongress zu stärken und unserer Agitation eine grössere Gleichmässigkeit zu sichern. Da hielte ich es denn für sehr zweckmässig, wenn, unsere Parteileitung verpflichtet wird, in regelmässigen Zwischenräumen offizielle Mitteilungen herauszugeben, die sämtlichen Vertrauensmännern zuzugehen haben." Diese Mitteilungen sollen unsere. Parteigenossen über die wichtigsten Ereignisse auf dem Laufenden halten und ihnen so die rechte Grundlage zu agitatorischer Arbeit geben. Gar zu oft