Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 163)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 165 — nutzen könnten, als zum Nutzen des jüdischen Volkes und des jüdischen Landes. Jedem also dürfen wir das Recht, den Schekel zu zahlen, nicht zuerkennen, solange mit der Schekelentrichtung das Wahlrecht zum Kongresse verbunden ist, wie es heute der Fall ist und hoffentlich auch in Zukunft bleiben wird. Die Schekelquittung ist der Bürgerbrief unseres Idealstaates. Wenn wir nun anerkennen, dass jemand, dem wir das Recht verleihen, über die Geschicke unseres Volkes mitzubestimmen, uns gewisse Garantien für seine gute Gesinnung und sein Verständnis geben muss, so dürfen wir doch nicht in das entgegengesetzte Extrem fallen. Wir dürfen keine Gesinnungsriecherei treiben und nicht uns gebärden, als ob man zum Schekelzahlen schon die höchste Stufe menschlicher und jüdischer Vollkommenheit erreicht haben muss. Nur gewisse Voraussetzungen sind zu erfüllen, es muss eine Grundlage vorhanden sein, auf der später weitergebaut werden kann; das ganze Gebäude braucht noch nicht unter Fach und Dach gebracht zu sein. Aber prüfen doch manche von unseren Agitatoren jeden Kandidaten so grimmig auf Herz und Nieren, dass vermutlich — wie ich an anderer Stelle einmal sagte —■ der liebe Herrgott selber trotz seiner vielfach uns erzeigten Sympathiebeweise von ihnen nicht zugelassen werden würde. Es gilt also, den Mittelweg zu finden. Ich habe auf dem Delegiertentage der zionistischen Vereinigung für Deutschland zu Hamburg im Frühjahr 1904 ausführlich einige Leitsätze über diesen Punkt begründet. Ich kann die ausführliche Begründung hier nicht wiederholen, will aber die damals von mir vorgeschlagenen Leitsätze dem Kongress heute zur Begutachtung vorlegen. Mein Gedanke ist der, dass Voraussetzung für den Beitritt zu unserer Organisation die gewonnene Kenntnis, unserer historischen und logischen Grundlagen wie unseres Zieles ist, — wohlgemerkt, die Kenntnis, — ohne dass auch unbedingt das Anerkenntnis jedes einzelnen Punktes gefordert werden kann. Als berechtigt anerkennen muss der Beitretende dagegen unser praktisches Ziel, die Errichtung der öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. Mit anderen Worten: Wer den Schekel zahlt, dokumentiere damit, dass er das Baseler Programm in allen seinen Punkten billigt und für dessen Verwirklichung zu arbeiten gedenkt, ferner auch, dass er über die nationalen und sonstigen Grundlagen des Zionismus orientiert ist. Es ist ihm dabei unbenommen/etwa unsere theoretische Grundlagen für falsch zu halten, wenn er nur praktisch mit