Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 162)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 164 — münzen gerichtete Tätigkeit unser grosses Werk verflache und bis zur Stufe einer Wohltätigkeitsinstitution erniedrigt werde. Wir verlangen, dass derjenige, von dem wir den Schekel entgegennehmen und dem wir das Recht der Wahl zum Kongresse einräumen, über unsere Ziele und Wege aufgeklärt sei, wir statuieren neben der Pflicht aller Juden, mit uns zu arbeiten, auch das Recht, den Schekel zu zahlen, ein Recht, das erst verdient und erworben werden muss. Andererseits aber verlangen wir von denen, die uns verstanden haben und uns zustimmen, dass sie die Konsequenz ziehen und uns etwas Wertvolleres geben als ihre Sympathie. Wenn wir nichts als Sympathien ernten sollten, wenn selbst die ganze Welt uns nur sympathisch gegenüberstehen würde, könnten wir deshalb doch immer nur vis-ä-vis de rien stehen. Das also ist der Ausgangspunkt unserer gesamten werbenden Tätigkeit, dass wir stets die Propaganda für unsere grosse Idee mit der Agitation für unsere praktischen Ziele zu verbinden haben. Und so stellt sich das Ziel unserer Arbeit hier folgendermassen dar: Wir haben uns zu bemühen, nicht nur Mitglieder, sondern brauchbare Mitarbeiter zu gewinnen. Mit dem Augenblicke, wo die Leute, welche das Objekt unserer werbenden Tätigkeit sind, der Organisation beitreten, endet die eigentliche agitatorische Tätigkeit. Es eröffnet sich diesen unseren Rekruten gegenüber ein neues Arbeitsfeld, über das zu sprechen nicht meines Amtes ist. Die Agitation aber hat hier ihr Ziel erreicht, und so sehen wir beiläufig, dass es sich wirklich um eine Gegenwartsarbeit handelt, die in einer künftigen Zeit, da die jüdische Masse mit uns sein wird, sich erübrigen muss. Die-erste Frage, auf deren präzise Beantwortung durch den Kongress unsere agitationsfreudigen Genossen ein Recht haben, ist also die: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit wir unsere Arbeit beenden können? Wann haben wir das unsrige getan? — oder — konkret ausgedrückt: Von wem dürfen wir den Schekel nehmen? Einige und sehr treffliche Gesinnungsgenossen sind sofort mit der Antwort fertig: „Von jedem!" Das ist sehr präzis und sehr bequem, aber wir haben bereits gesehen, dass das für uns unannehmbar ist. Es handelt sich bei uns nicht um die Hingabe von Geld allein, sondern um die Hingabe der ganzen Persönlichkeit. Wir müssen schon aus dem Grunde vorsichtig sein, weil wir ohne diese Vorsicht vielleicht Leuten den Zutritt zu unseren Machtmitteln verschaffen, welche sie zu anderen Zwecken be-