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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 160

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 160 (sequence 158)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 160 — haupt nicht, er dachte den Gedanken zu Ende und fand, dass darin wirklich alles enthalten sei, dass alles andere nur Weiterentwicklung oder Mittel zum Zweck darstelle, und erbekehrte sich. Es war ein ganz ausserordentlicher Heide, und man kann getrost annehmen, dass Rabbi Hillel sich seinen Mann zunächst angesehen hat, ehe er ihn mit jenem Satze schlug, der das Wesen des Judentums erschöpfend, den höchsten Altruirnus auf die realste Basis, den Egoismus der Menschheit, gründet. Nicht bei jedem hätte die Antwort so gewirkt und bei manchem hätte sie ihm gar schlecht bekommen können. So hat Meister Lilien einen glücklichen Gedanken gehabt, als er im Hamburger Logenheim die Szene zwischen Hillel und dem Heiden als Gegenstück zum Bilde des Lehrers Mose wählte, dem er die Züge Theodor Herzls verlieh. Hier der grosse Künder der Wahrheit, der seine Lehre der Welt offenbart, — die Wahrheit als Wahrheit, — unbekümmert noch, ob die Menge sie hören und begreifen wird, oder ob erst zukünftige Generationen sie ganz erfahren werden; dort der mildlächelnde Weise, der die einzelnen, die Unwissenden aufsucht, ihnen forschend ins Antlitz blickt und ihnen die Lehre so kündet, wie sie sie verstehen, und zu seinen Füssen den trotzigen Wahrheitsucher, cler auf den Funken harrt, welcher die Flamme der Erkenntnis auch in ihm anzufachen vermag. Hillel ist Muster und Preis allen denen, welche eine neue Lehre ins Volk zu tragen haben. Und ganz gewiss benötigt derjenige von uns, welcher die zionistische Anschauung verkünden und verbreiten will, hundertfach die Geduld eines Hillel. Aber nur selten findet er einen so klugen Zuhörer wie jenen Heiden. Auch uns bestürmen die scheinbar Lernbegierigen: „Eure zionistische Lehre — was ist sie? Was will sie? Aber nur schnell, schnell, schnell!!! Sagt es in einem Satze!" Sie alle haben es ungeheuer eilig; die Börse wartet, oder der Stammtisch, oder das Minjan, oder die Frau will zum Ball, oder die Kinder sollen schnell getauft werden. Auf diese Eile waren wir von Anfang an gefasst, und wir haben eine Antwort in einem einzigen Satz geprägt, einem einfachen, leicht fasslichen Satze, unserem Programm: „Der Zionismus erstrebt die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina/' Das ist alles! Aber wenn wir nun mit diesem Satze geduldig den Ungeduldigen begegnen, so überschütten sie uns mit einer Fülle von Fragen urid Vorhaltungen, die grossenteils so ungeheuerlich und überraschend sind, dass selbst einem Hillel die Geduld platzen könnte: Warum nicht in Neu-Süd-Wales? Warum gerade für'die Juden? Wieso nennt ihr das Zionismus und warum nicht, ich weiss nicht,

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