Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 157)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 159 — Mein Antrag geht dahin, jetzt nicht darüber zu debattieren, sondern eine Kommission zu wählen, in die selbstverständlich auch die Herren Dr. K.okesch und Dr. Bodenheimer aufgenommen werden müssen; ausserdem sollen alle Landsmannschaften in der Kommission vertreten sein. Erst nach dem Referate dieser Kommission werden wir in dieser Frage irgend welche Beschlüsse fassen können. Del. Boruchow (zur Geschäftsordnung) spricht russisch. Schriftführer Dr. Weizmann: Herr Boruchow ist der Meinung, .man solle den Antrag Rosenbaum noch nicht zur Abstimmung bringen. Es wäre wünschenswert, dass eine Diskussion über die Organisationsfrage stattfindet. Die verschiedenen Gruppen mit ihren verschiedenen Meinungen sollten sich vorerst äussern können, bevor zur Wahl der Kommission geschritten werde. Sollte man aber eine Kommission wählen, so müssten in ihr die verschiedenen Ansichten und Gruppen vertreten sein. Vizepräsident Wolffsolm: Der Antrag Rosenbaum liegt vor, ich muss ihn zur Abstimmung bringen. Herr Rosenbaum beantragt, vor der Diskussion eine Kommission einzusetzen, die über die Organisationsfrage beraten soll. Schriftführer Rosenbaum übersetzt diesen Antrag ins Russische. Schriftführer Dr. Magnes ins Englische. Schriftführer Dr. Joffe ins Französische. Schriftführer Dr. Lewin ins Hebräische. Vizepräsident Wolffsolm: Wer für diesen Antrag ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe! (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist angenommen. Die Landsmannschaften und verschiedenen Gruppen werden ersucht, sich zu versammeln, damit der Permanenzausschuss schon morgen die Mitglieder der Kommission für den Antrag Rosenbaum vorschlagen kann. (Rufe: Wieviel Mitglieder?) Der Permanenzausschuss wird darüber Beschluss fassen. Das Wort hat nun Herr Dr. Gromemann zu seinem Referate „Propaganda und Agitation". Berichterstatter Dr. Gronemaim: Sprichwörtlich geworden ist die Weisheit und Geduld des Rabbi Hillel. Rabbi Hillel war weise und war geduldig, und die Geschichte mit dem Heiden, der auf einem Fusse stehend von ihm die Lehre des Judentums empfing, beweist das aufs prächtigste, aber mich dünkt beinahe: Auch jener Heide war ein tüchtiger Mann, dem wir unsere Hochachtung zollen dürfen. Gewiss war es etwas unbescheiden von ihm, von Rabbi Hillel zu verlangen, er solle ihm die jüdische Lehre in der kurzen Spanne Zeit beibringen, aber er verstand es doch wenigstens, und das will sehr viel sagen, er verstand es, eine geistreiche und präzise Antwort zu würdigen. Denn als ihm die Antwort wurde: „Das Judentum lehrt: Füge einem anderen nichts zu, was dir nicht behagt," da schwieg er betroffen und bekehrte sich. Er stellte keine törichten Fragen weiter, er wurde nicht grob und nicht ausfallend, er verlegte sich auch nicht auf Geistreicheleien, er replizierte über-