Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 151)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 153 — sondern die Gliederung der Masse und die Zweckmässigkeit tmd Schnelligkeit, mit der die einzelnen Glieder zielbewusst auf Grund der von einer einheitlichen Spitze ausgehenden Anordnung zusammenarbeiten,. Die Geschichte bietet uns dafür eine Fülle von Beispielen. Durch diese Mittel einer höheren Organisation haben die europäischen Völker fast die ganze AVeit erobert und ein intelligentes Volk des Ostens, das bei ihnen in die Lehre gegangen, zeigt, dass es durch die Verbesserung dieser Organisation sogar imstande war, seine Lehrmeister zu überflügeln. Die Vernunft ruht niemals in den grossen Massen, sondern nur in den einzelnen hervorragenden Individuen; die Massen lassen sich vom Instinkte leiten, darum ist überall der ungehinderte und ungeregelte Einfluss der Massen auf die Politik von unheilvollen Folgen gewesen. Die Politik eines Volkes muss von energischen Männern geleitet werden, deren Vernunft die Masseninstinkte beherrscht. Darum sind manchmal kleine Gruppen intellektueller Personen für eine politische Bewegung wertvoller als grosse, von Begeisterung getragene Volksmassen. Eine Organisation besteht aber nicht nur aus einer Masse von Anhängern und einem ungeordneten Haufen von Führern, vielmehr besteht der Zweck der Organisation gerade darin, jedem einzelnen Gliede der Organisation ein bestimmtes Arbeitsgebiet, bestimmte Funktionen zuzuweisen, die nach dem Prinzip der Arbeitsteilung die grösste Ausnützung der vorhandenen Volkskraft gewährleistet. Auch unter den Führern muss eine Ueber- und. Unterordnung stattfinden. Es muss Obere von Hundertschaften geben, von Tausenden und von Zehntausenden. Unter diesen Führern soll Disziplin herrschen, der einzelne soll sich den Beschlüssen der selbstgesetzten Obrigkeit unterwerfen. Die Meinung des einzelnen soll keineswegs unterdrückt werden, aber nur in der Form zur Geltung gebracht werden dürfen, welche die Gesamtheit als verbindlich feststellt. Die Mittel der Partei und ihre Organisation dürfen in keinem, wie auch .gearteten Falle angewendet werden, um gegenüber einem missliebigen Kongressbeschluss. der Meinung einer unterlegenen Minorität hinterrücks zum Sieg verhelfen. Kein Mitglied einer Organisation oder eines Komitees darf die Autorität, die ihm diese Stellung gewährt, missbrauchen, um seine Pläne gegen diejenigen des Komitees, dem er angehört, durchzuführen. Diese Mittel der Organisation und diese Autorität sind ein ihm anvertrautes Pfand, das jeder Führer heilig zu halten hat. Wer sich durch Anordnungen irgend einer Organisation beschwert fühlt, mag den Weg beschreiten, der ihm nach dem allgemeinen oder dem Landesstatut hierfür eröffnet werden soll. Keine Organi-