Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 150)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 152 — Kreisen des Assimilations-Judentums einen Tiefstand des Empfindens für Manneswürde und eine solche Stufe der Selbsterniedrigung zutage gefördert, dass jedem Juden, der noch etwas Stolz auf sein Volkstum empfindet, die Schamröte ins Gesicht steigen muss. (Lebhafter Beifall.) Nur so ist" es zu erklären, "dass ein Professor der Geschichte in Deutschland, dessen Vater einen Rang in der Geschichte der Reformbewegung in Berlin einnahm, sich soweit vergessen konnte, das rote Kreuz der Denunziation dem Zionismus an die Stelle zu heften, die er für verwundbar hielt. (Pfuirufe.) Sie wissen, dass dieser merkwürdige Mann es in einem Aufsatz, der ein Schandfleck für das jüdische Volk ist, unternommen hat, die preussische Regierung auf ihre Pflicht hinzuweisen, den Anhängern des Zionismus die staatsbürgerlichen Rechte zu entziehen. '(Pfui- .rufe.) Soweit treibt der Fanatismus unsere Gegner, dass sie den Ast absägen, auf dem sie selber sitzen, dass sie uns die Waffen gegen den Antisemitismus aus der Hand reissen, weil sie gegen Juden und Judentum mit schlimmeren Waffen kämpfen, als sie je ein Judenfeind gebraucht. Ruchlos, weil sie diese Partherpfeile aus sicherem Hinterhalt versenden. (Beifall.) Den wichtigsten Teil der zionistischen Politik bildet der zweite Punkt, die . Gliederung und Zusammenfassung der gesamten Judenschaft durch geeignete örtliche und allgemeine Veranstaltungen nach Massgabe der Landesgesetze oder das Organisationsproblem. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass nach dem Tode unseres Führers unsere Gesamtorganisation einer gründlichen Durchsicht bedarf; denn mag man sagen, was man will, so lässt sich doch kein Einsichtiger darüber täuschen, dass unsere bisherige Organisation mehr oder weniger auf die Person unseres grossen Führers zugeschnitten war und dass nunmehr, nachdem dieser Führer nicht mehr ist, die Organisation auf äas sorgfältigste neu aufzubauen ist, damit unsere Bewegung sich nach den Gesetzen der organischen Natur weiter entwickeln kann. Es kann nicht meine Aufgabe sein, hier all die hunderte von Vorschlägen einer Prüfung zu unterziehen, die im Laufe des letzten Jahres aufgetaucht sind, ich halte es für wichtiger, an dieser Stelle die allgemeinen Ideen zu entwickeln, welche für unsere Organisation von Interesse sein können. Die Bedeutung der Organisation selbst bedarf wohl kaum einer besonderen Betonung. Das, was ich vor acht Jahren an dieser Stelle hierüber zu sagen hatte, trifft noch heute zu. Je feiner und vollkommener eine Organisation ist, je mehr Aussicht hat sie, ihrer Sache zum Sieg zu verhelfen. Nicht die grössere Masse von Menschen, oder die bedeutenderen Mächtmittel sind hierfür entscheidend,