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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 120

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 120 (sequence 118)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Jugend. Wenn wir wollen, werden wir unser Ziel erlangen. Hindernisse sind vorhanden, aber von einer starken Jugend werden alle Hindernisse bewältigt. Man arbeitet sukzessiv, man bohrt sich in das Land, mit den Augen, mit den Händen, mit den Sinnen, mit den Nerven, mit allem, was lebt, hinein, und Zion kommt. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Mr. Z a n g w i 11 hat uns gesagt, wir. sind nicht nur ein Parlament, wir sind auch eine Armee. Ja, das ist wahr. Es wäre die höchste Zeit, dass wir aufhören, Parlament zu sein und zu sprechen. Wir sind eine Armee, und in der Armee gilt als oberstes Prinzip die Disziplin und nicht die Meuterei. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vor einigen Augenblicken wurde dieses hohe Präsidium, das für uns so viel arbeitet, von jener (linken) Seite in den Anklagezustand versetzt. Man sagte, sie sässen bereits auf der Anklagebank, und das ganze jüdische Volk solle sie richten. Ich muss die Herren trösten. Sie befinden sich in keiner schlechten Gesellschaft. Wenn wir ein wenig in der Geschichte Umschau halten, so sehen wir, dass die Zeitgenossen anders urteilen als diejenigen, die nach ihnen kommen. Durch die Zeitgenossen kam Sokrates auf die Anklagebank, und der Ostrazismus ereilte auch einen Aristoteles von seinen Zeitgenossen, wie auch Huss, Giordano Bruno und Savonarola. Auch Christoforo Colombo wurde von seinen Zeitgenossen in den Anklagezustand versetzt — Herr Dr. Nordau, Sie sind in sehr feiner Gesellschaft! Und wenn die Zeitgenossen Dr. Nordau und H e r z 1 nicht Gerechtigkeit widerfahren lassen, die Zukunft — allerdings nicht eine solche Jugend, nicht solche Elemente — die Zukunft eines starken, jungen, einigen, mächtigen, fast möchte ich sagen, japanischen Judentums, wird sie freisprechen. Und auf was für verschiedene Argumente basiert die Weltanschauung dieser Leute? Wir können nach Palästina gehen, es ist alles ganz schön, aber es öffnet sich ein neues Hemmnis: wir werden die Araber heraustreiben, und das geht doch nicht! Ich bedauere sehr, ich möchte für das jüdische Volk sprechen, aber es scheint, hier kann man nur für die Araber günstig sprechen, und ich müsste unter die Araber gehen, wenn ich für das jüdische Volk sprechen wollte. (Lebhafte Pleiterkeit und Beifall.) Ein Herr Redner hat seine Rede damit geendet, dass er sagte: Unsere Poesie wird die Poesie der Zukunft, des Lebens, der Wissenschaft sein. Ich glaube, in diesem Saale ist es mir gestattet, zu sagen: Unsere Poesie wird die Poesie der jüdischen Zukunft, des jüdischen Lebens, der jüdischen Wissenschaft sein. (Lebhafter Beifall und Pländeklatschen.j Die Herren stehen fortwährend auf dem Ghettostandpunkte und argumentieren mit Ghettoargumenten. So war es gestern, so ist es heute. Man sagt: Wenn wir „Nein'1 sagen, so verlieren wir ein Asyl; wenn wir aber ,Ja" sagen, dann sind wir frei von Schuld. Diese Argumente müssen zu existieren aufhören. Wir haben 20 Jahrhunderte gelebt, ohne abhängig zu sein, wir wrollen weiter auf jedes Asyl verzichten. Asyle gibt es für Verbrecher, Asyle gibt es für Kranke, aber ein Asyl kann es nicht geben für ein gesundes, starkes, einiges Volk, und gibt man uns ein solches Asyl, wir verzichten darauf. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Man sagt uns, wir sind frei von Schuld. Vor England sind wir sicher frei von Schuld, aber nicht frei von Schuld vor unserer eigenen Zukunft, wenn wir fortwährend antijüdische Länder aufsuchen, wenn wir unser eigenes Land vergessen. Meine Herren und Damen. Wenn wir in dieser Frage entscheiden, dann werden wir uns nicht nach diesen Herren richten, sondern nach dem, was unsere glorreichen Vorfahren oft getan haben. Als man unseren Vorfahren sagte, dass sie einen anderen Glauben annehmen sollten, gingen sie auf den Scheiterhaufen und sagten: Nein. Wenn man uns sagt,

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