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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 119

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 119 (sequence 117)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 119 — Aber diese Jugend flüchtet, diese Jugend meutert; wir wenden uns an diese Jugend, und sie sagt: Es sind grosse Hindernisse. Das sind Argumente, die wir nicht gewohnt sind zu hören, und wenn Z a n g w i 11 die Hindernisse schildert, die vorhanden sind — mit welcher innigen Wollust wird dies von der Jugend vernommen, und welcher Applaus erschallt in dem Momente, wo sie von Hindernissen hört! Das ist nicht die Jugend, auf die ein Volk zählen kann, wenn es sich um das teuerste Gut der Nation handelt. (Lebhafter Beifall.) Man hat einige Argumente vorgebracht, und ich werde mich speziell gegen den einzigen tüchtigen Redner der Gegenseite, Mr. Zangwill, wenden, ich werde mit ihm polemisieren, und wenn ich scharfe Worte gegen ihn gebrauche, muss ich schon jetzt um Verzeihung bitten. Der Schriftsteller Zangwill steht mir ungeheuer hoch, ich verehre ihn, der Schriftsteller Zangwill ist der Stolz unserer Nation. Ganz anders der Politiker Zangwill. Was wir früher gesagt haben, können wir von ihm nicht behaupten. Zangwill sagt uns: Ganz Europa kann mit der Türkei nicht fertig werden, und diese Schnorrer ohne König wollen ja fertig werden. Ganz Europa! Wir haben schon junge Bewegungen gesehen. Als der Sozialismus vor 30 Jahren begann, hat ihn auch ganz Europa ignoriert, und es war ein Ruf in der Wüste, was M a r x predigte. Als aber hinter dieser Partei die ganze Jugend der zivilisierten Welt sich organisierte, da begann ganz Europa zu rechnen mit dieser Partei, und heute haben sich die Ansichten über dieselbe vollständig geändert. (Lebhafter Beifall.) Noch ein Faktum über ganz Europa! Was vor zwei Jahren vorgebracht werden konnte, kann heute nicht gesagt werden. Vor zwei Jahren zitterte ganz Europa vor dem Koloss Russland und glaubte, dass er unüberwindbar sei. Da kam ein kleines, winziges Völklein, aber mit zehn H e r z 1 an der Spitze und mit einer anderen Jugend, als diese Herren zur Linken. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Da kamen die japanischen Herzls, die Togos, Kurokis, Oyamas, und besiegten den Koloss. Das Völklein, das nur 40 Millionen zählt, schöpft aber aus einem unermessiichen Reservoir, und ganz Europa hat sich blamiert. (Lebhafter Beifall.) Wissen Sie, meine Damen und Herren, ganz Europa achtet denjenigen, der noch genug Kräfte hat, um etwas zu realisieren. Victi causa diis placuit, sed victor Europae. Wissen Sie, warum Japan so gross ist? Nicht, weil es seine Togos, seine Kurokis, seine Oyamas hat, sondern weil es keine Z a n g w i 11 s hat; ich sage das mit blutendem Herzen. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen. ) Man sagte uns, wir seien für Motive unzugänglich. Meine Damen und Herren! Wir müssen in der Geschichte verschiedene Motive unterscheiden. Es gibt Motive für ein schwaches Geschlecht, es gibt Motive für ein starkes Geschlecht. Denken Sie sich, mit welchen Motiven konnte man in Japan vor zwei Jahren kommen, bevor der Krieg begann. Damals würde ein japanischer Zangwill gesagt haben: Ihr wollt Russland befehden, Russland, das 130 Millionen Menschen, das Sibirien, das Bergwerke, das Geld, das einen unermessiichen Kredit, das Kosaken und Nagaikas hat? Dieses Russland willst du, kleines .Völklein, niederschlagen? Das hätten die Zangwill s dort gesagt, und ein Glück war es für Japan, dass es diese Z a n g - w i 11 s nicht gehört hat. (Lebhafter Beifall.) Es hat gesagt, wir wollen es, sie wollten es auf eine so stark bezaubernde schöne Art, dass es wirklich geglückt hat, und wir können dasselbe tun. Die jüdischen Talente und die jüdische Jugend sind, gottlob, nicht ausgestorben. Wir haben grosse, starke Talente. Wir haben N o r d a u s und H e r 21 s und Zangwills, und wir haben eine grosse, starke

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