Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 113)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 115 — Land; in andern Ländern werden wir es nicht erreichen. Darum eben können wir Zionisten kein anderes Land annehmen. Wenn wir diesen Zweck schon erreicht haben, dann Kolonien zu gründen, — ja, mit Vergnügen. Jetzt ist Ihr Vorschlag verfrüht. Nun kommt man und sagt uns: das, was ihr wollt und dem Volke vorschlaget, ist aber ungeheuer schwer. Z a< n g w i 11 und C h a s a n haben hier sehr schwarze Bilder gemalt. Ja, dass unsere Aufgabe von kolossaler Schwierigkeit ist, das wissen wir und wussten es auch früher. Wir sagen aber: ein Volk kann, wenn es will. Die Frage war nur, ob das Volk wirklich will. Und das haben diese zwei Jahre bewiesen. Denken Sie nicht, dass die C h a s a n s nur hier unser Land so beschimpfen und beschmutzen wollten, dass wir die grösste Kraft anwenden mussten, um es ruhig anzuhören. Die C h a s a n s haben dies in sehr vielen Städten Russlands mit Eifer getrieben. Und nun, sehen Sie rechts und links, und Sie werden jeden Zweifel aufgeben, ob das Volk will und was es will. Und wenn es wirklich will, dann — l'owdo tiquosseinu! (Stürmischer Beifall.) Nicht alle teilen unsere Hoffnung und Sicherheit. Die Territorialisten sagen: nein, wir wollen und können nicht nach Palästina gehen und führen; das Land ist schlecht, die Bedingungen sehr ungünstige. Wir Zionisten zwingen niemanden, mit uns mitzugehen. Uganda steht Ihnen frei, gehen Sie hin l (Lebhafter, anhaltender Beifall und Händeklatschen.) Wir aber, die ganz anderer Ansicht sind, wir hoffen, werden weiter arbeiten und haben Geduld. Ich zitiere die Worte unseres jetzigen geehrten Präsidenten, der am VI. Kongresse gesprochen hat: „Sollte sich gleichwohl die Unmöglichkeit herausstellen, mit Seiner Majestät dem Sultan zu einer Verständigung zu gelangen, sollte sein unbeugsamer Wille uns Palästina verschliessen, dann müssen wir eben, unter feierlicher Aufrechterhaltung unserer unverjährbaren geschichtlichen Ansprüche auf das Land unserer Väter mit beiden Füssen unerschütterlich auf dem Boden des Basler Programms beharren, uns in Geduld fassen und warten." Wir können auch jetzt warten. Aber warten heisst nicht jede Arbeit aufgeben. ' Hier muss ich ein Missverständnis zerstreuen. Man behauptet hier, wir Zione Zion seien Chowewei Zion. Ich halte es nicht für eine Schande, ein Chowew Zion zu sein. Wir waren solche, noch lange bevor der politische Zionismus begonnen hat. Wenn wir aber von dort hierher gekommen sind, so geschah es nicht, weil wir ein neues Ziel gefunden, sondern weil wir eingesehen haben, dass; dieser Weg der richtigere ist. Seither sind wir aufrichtige politische Zionisten. Und das bleiben wir auch jetzt. Wir wollen den Weg gehen, den unser verewigter Führer in den letzten Lebenszeiten gegangen war. Zuerst hat er gedacht, dass man nur für Palästina arbeiten soll. Nachher ist er zur Ueberzeugung gekommen, dass man gleichzeitig auch in Palästina in gewissen Grenzen arbeiten kann. Und das wollen wir fortsetzen. Politische Schritte zur Erreichung Palästinas und gleichzeitig dasjenige, was mit diesen Schritten im Einklang steht, in Palästina zu tun — so wollen wir für die Verwirklichung des Zionismus arbeiten. Diesen Weg wollen wir weiter gehen. (Lebhafter Beifall.) Wir täuschen uns nicht: ja, unsere Sache ist kolossal schwer, Darum eben müssen wir alle, ja alle Mittel und Kräfte anstrengen und zusammenfassen; darum müssen wir gegen jede grosse Tätigkeit neben Palästina sein. Nur wenn wir alle Kräfte einigen,r das ganze Volk organisieren, dann werden wir schliesslich unserer Aufgabe gewachsen sein. Jetzt kommt man und sagt - uns: es gibt ein Mittel, die Palästinasache zu stärken: das ist, die Kraft des Volkes von Palästina abzulenken! Diese Logik verstehen wir nicht und anerkennen wir nicht(