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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 113

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 113 (sequence 111)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 113 — Die Assimilanten, die vor uns über das Judenvolk gedacht und für sein Wohl gearbeitet haben, haben folgendes gepredigt: Wir müssen uns assimilieren; dann wird unsere Ausnahmestellung allmählich weniger auffallend sein; man wird uns einfach nicht überall bemerken und uns zu verfolgen aufhören. Was den nationalen Geist anbetrifft, der wird allmählich absterben; wir werden aufgehen, in den uns umgebenden Milieus aufgelöst werden. Das war die Lage, die wir getroffen haben, und das Heilmittel, welches dem Judenvolke vorgeschlagen wurde. Da kam der Zionismus und proklamierte: Nein, nicht sterben, sondern leben! Ein volles Leben, ein volles geistiges und physisches Leben, ein freies Leben wollen wir anstreben und erreichen! Und da wir den Weg, den Moses gemacht hat. als er das gan£e Volk aus der Sklaverei herausgerissen hat und ihm Freiheit und Land gegeben, nicht nachahmen können, müssen wir einen anderen Weg suchen. Wir müssen auf öffentlich-rechtlichen Grundlagen eine Heimstätte schaffen, welche, wenn auch nur von einem Teile bewohnt, die politischen Verhältnisse und das innere Leben, die materielle und geistige Lage des ganzen Volkes ändern wird. Unser Volk stellt eine Reihe von Kolonien, die in allen Weltteilen zerstreut sind, vor, die aber keine Metropole besitzen. Diese Metropole müssen wir dem jüdischen Volke schaffen. Denn im Momente ihrer Schaffung werden wir das odiose Privileg beseitigen, durch welches wir eine Ausnahmestellung in allen Ländern einnehmen, weil wir als Juden geboren sind. Wir werden dann eben keine Ausnahme zwischen den Völkern machen. In dieser Metropole wird das Volk sich auch geistig selbständig entwickeln können, da wird sein geistiges Leben frei gedeihen und das Bedürfnis nach nationalem Leben erfüllt werden. Allen zerstreuten Teilen werden aus diesem Zentrum politische Hilfe und frische nationale Kraft zufliessen. Diese Metropole für einen Teil des jüdischen Volkes zu gründen, das ist die nächste Aufgabe des Zionismus, das heisst, die Heimstätte für das jüdische Volk zu schaffen. Eine Zeitlang dachte man, und es sind auch jetzt noch viele da, die so denken, dass man dazu nur ein Territorium braucht, ein Stück Land, und wenn wir das bekommen, dann werden wir schon alles übrige lösen. Unser verewigter Führer war in der ersten Zeit seiner Tätigkeit derselben Ueberzeugung. Ein Stück Land soll man uns geben, alles übrige werden wir selbst besorgen, sagt er in seinem „Judenstaat". Wir aber sagen: für unsere Aufgabe, für die Schaffung eines Zentrums, einer Metropole für das ganze Judenvolk, welche die politische Lage und das innere Leben des ganzen Volkes gründlich abändern könnte, gibt es nur ein Land, und das ist unser Palästina, unser historisches Land. (Lang anhaltender Beifall.) Ich kann dies hier nicht mit vielen Worten begründen, muss aber wenigstens ganz kurz folgendes sagen: Wenn wir uns vorstellen, dass wir nur einen Teil des jüdischen Volkes dort ansiedeln werden, so kann unserem Zwecke nur ein solches Land entsprechen, welches in den Augen des Judenvolkes wie auch der andern Völker die Autorität eines Zentrums des ganzen zerstreuten Judenvolkes besitzen wird. Erinnern wir uns an Esra. Er ist nur mit 1500 Familien nach Palästina zurückgekommen, und das jüdische Reich wurde mit dieser kleinen Zahl hergestellt. In jedem anderen Lande würde es nur eine Gruppe von Juden hilden, aber nie die Metropole, das Zentrum des Volkes. Und auch jetzt nirgends, ausser in diesem einen Lande, kann ein Teil des Volkes die nötige Autorität in unsern und in fremden Augen bekommen. Wir haben gesehen, dass neben der leiblichen Not die sittliche dasteht, als der zweite Teil: das Bedürfnis des Judenvolkes nach selbständiger nationaler Entwicklung. Das können wir nur dort erreichen, wo wir nicht von starker Kultur umgeben sind, und am leichtesten dort, wo

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