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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 110

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 110 (sequence 108)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476268--2320-3478459
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— 110 — Gefühl rühre, aber lassen Sie mich aussprechen, denn die Frage ist eine zu wichtige. Das jüdische Proletariat hat gesehen, dass Palästina ein Teil eines lebendigen Staates ist, dass es ein Organ in einem Organismus, in einem Körper ist, der sich wie alle Organismen betätigt und der es doch nicht erlauben wird, dass man von ihm einen Teil wegreisst. Das jüdische Proletariat hat auch die Erfahrung gemacht, dass die Türkei doch ein Land ist, das nicht, wie zum Beispiel die englische Regierung oder die französische oder eine andere, Kolonien hat, die nicht besetzt sind. Die Türkei ist ein lebender Organismus, in dem ein lebendiger Austausch vorkommt, in dem die Bevölkerung sich vermehrt, wo man, wie in jedem anderen Lande, aus der einen Provinz, die übervölkert ist, in die andere geht, die weniger bevölkert ist. Das jüdische Proletariat hat auch gesehen, dass . in Palästina ein eigenes Element lebt, und es wird doch nicht das tun, was man ihm zugemutet hat, es wird doch nicht seine Dienste dem Sultan zur Unterdrückung der arabischen nationalen Bewegung anbieten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Zahlreiche Rufe: Niemand fordert esl —.Lärm.) Gestern wurde es gesagt. Meine Herren! Hier wurde mir jetzt zugerufen, dass das, was ich soeben sagte, dass das jüdische Proletariat seine Dienste doch nicht dem Sultan anbieten werde, eine Provokation sei. Ich frage den Kongress, warum das eine Provokation sein soll? Das wurde gestern hier ausgesprochen, und ich antworte lediglich darauf. Unsere Ehre erfordert es, dass wir gegen diese Anmassung protestieren. (Beifall.) So, meine Herren, kommt es, dass Sie heute einen neuen Zionismus vor sich organisiert sehen, einen Zionismus, der von einer neuen Romantik getragen ist. Und wenn von Romantik und von Poesie gesprochen werden soll, so lassen Sie mich sagen, dass unsere Romantik gewiss nicht so ist, wie die Romantik der Kirche, der Vergangenheit. Wenn Sie in Frankreich gewesen wären und dort die Volksversammlungen der katholischen Partei besucht hätten, so hätten Sie gehört, was für gewaltige Reden dort von der Tradition, von dem Katholizismus, der doch der Glaube der Väter gewesen sei, gehalten wurden. Meine Herren! Wir haben eine andere Poesie. Unsere Poesie ist die Poesie der Zukunft (Beifall), unsere Poesie ist die Poesie des Lebens, unsere Poesie ist die Poesie der Wissenschaft. Ich vertrete hier vor Ihnen auch den wissenschaftlichen Standpunkt, wenn ich Ihnen sage, dass man Palästina wissenschaftlich untersuchen soll, dass es nicht genügt, wenn wir einfach sagen: wir wollen Palästina. Sie haben das Wort „wollen" ausgesprochen, Sie haben es in Ihr Programm aufgenommen. Sie werden sagen, Sie hätten Palästina untersucht. (Lebhafte Schlussrufe.) Vizepräsident Dr. Alex. Marmorek: Eilen Sie zum Schlüsse! Del. Briskmann (fortfahrend): Sie werden sagen, manche von Ihnen seien nach Palästina gereist — ich will davon nicht sprechen — aber das muss ich hervorheben: als Sie das Wort Palästina in Ihr Programm aufnahmen, da hatten Sie Palästina wissenschaftlich nicht untersucht, hatten Sie nicht auf Grund politischer Verhandlungen gewusst, dass das Land zu haben sei. Sie haben einfach in das Programm hineingetragen, was Sie gewollt haben, und deshalb habe ich das Recht, zu sagen, dass wir auch diese Romantik haben. Wir haben die Romantik der Wissenschaft, wir haben die Romantik des Lebens, wir haben die Romantik der . . (Stürmische Schlussrufe.) Meine Herren. Ich bin am Ende. Wir haben die Romantik, dass wir dem jüdischen Proletariate . . . (Erneuerte lehhafte Schlussrufe.) Vizepräsident Dr. Alex. Marmorek: Sie haben noch eine Minute. Del. Briskmann: Ich eine zum Schlüsse. Nur noch einen Satz. (Grosse Unruhe.)

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