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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 106

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 106 (sequence 104)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 106 — Kapitel, welches betitelt ist: Palästina oder Argentinien? Auch Hei*zl hat nicht diese Frage entschieden, er hat nicht die Notwendigkeit gesehen, nach Palästina zu gehen. Wie kam es nun, dass aus diesen zwei Bewegungen sich das entwickelt, was wir heute historisch unter Chowewe Zion und unter Zione Zion kennen? Wie kam es, dass wir uns heute vor dieser Krisis befinden? Welche Gründe waren dafür massgebend? Welcher Kampf ist da in uns entstanden? Welche Kräfte sprechen in uns? Was ist eigentlich der Beweggrund der ganzen Agitation, und was ist der Beweggrund, dass wir, obwohl das Uganda-Projekt nicht angenommen wird, doch vor der ganzen jüdischen und nichtjüdischen Welt erklären, dass ' wir Territorialisten bleiben? Weil wir das Land nicht wählen, sondern weil wir zu diesem Land durch die historische Notwendigkeit getrieben worden sind. Die LTrsache war folgende: Als Dr. Pinsker zum erstenmal sich an das jüdische Volk wandte, waren die jüdischen Massen noch nicht entwickelt, noch nicht politisch entwickelt, sie waren noch nicht zur Einsicht über ihre eigenen Interessen gekommen, sie hatten sich noch nicht eine eigene grosse Weltanschauung, von der aus sie alle Fragen hätten betrachten können, ausgearbeitet. Dr. Pinsker fand vor sich einen Teil der jüdischen Intelligenz, der assimiliert war, der nicht beim jüdischen Volk geblieben war, wie die Intelligenz oder wenigstens ein Teil der Intelligenz anderer Völker. Die Leute, die modern dachten, waren nicht in unserem Lager. Das Volk aber war stumm. Dr. P i in s k e r fand aber anderseits vor sich nur einen Teil der jüdischen Klein-Bourgeoisie, des jüdischen Mittelstandes, der sich noch nicht die europäische Kultur angeeignet hatte, der mit einem Fusse in der hebräischen Sprache und in der jüdischen Tradition stand und mit dem anderen Fusse schon ein wenig von dem Apikorsus, von der Maskilim- Literatur genossen hatte. Diese Leute antworteten auf diese Bewegung, sie haben sogar zuerst diese Bewegung in ihrer historischen Weite aufgefasst. Später kam aber etwas anderes. Diese Leute gehörten dem Mittelstande an, sie wanderten nicht, sie hatten kein Interesse, zu wandern. Sie waren nicht revolutionär gesinnt, sie konnten in Wirklichkeit nicht an ein soziales Schaffen, an etwas Grosses und Neues, an eine Umwälzung ihres ganzen Lebens denken. Diese Leute waren die Klein-Bourgeoisie, sie haben niemals eine grosse Weltanschauung besessen, und nach einer kurzen Zeit fanden sie in ihrem Herzen keine Energie mehr. Sie wurden von keiner grossen historischen Notwendigkeit getrieben, sie konnten das grosse politische Ideal nicht mehr erfassen. Die einigen wenigen, die bei der Bewegung geblieben sind, mussten das hineintragen, was sie im Herzen hatten, und das war nicht Revolution, nicht grosses soziales Schaffen, nicht eine grosse soziale Weltanschauung, dieses Etwas war vielmehr die alte jüdische Tradition, die hebräische Sprache, das jüdische Land. Die ganze jüdische Tradition ist von diesen zwei Dingen getragen. Solange das jüdische Leben nichts schuf, solange es keine revolutionäre Klasse hatte, solange im jüdischen Leben nichts war, wofür man starb, solange war es Palästina und die hebräische Sprache, und diese Kleinbürger haben in den Zionismus den Chowewe-Zionismus hineingetragen. Das Ende des Ghowewe-Zionismus kennen Sie. Sie wissen, dass das keine soziale Bewegung geworden ist, Sie wissen, dass Dr. Pinsker einen politischen Gedanken ausgesprochen hat, und Sie wissen, dass diese Bewegung im Sande verlaufen und fast ausschliesslich eine philanthropische geworden ist. Dr. Herzl kam mit demselben grossen politischen Gedanken. Er sagte ebenfalls, die jüdische Frage ist ein verschlepptes Mittelalter. . Um diese Frage zu lösen, müssen wir nicht das Mittelalter hineintragen. Gerade die modernen Juden, die Juden der neuen Weltanschauung, müssen diese Frage lösen. Dr. Herzl hat den ,Jüdenstaat" geschrieben, und er sammelte

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