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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 86

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 86 (sequence 84)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 86 — "Wir nehmen Uganda an und bitten um mehr. Wir können bitten, soviel wirwollen, die englische Regierung wird uns nichts geben, was wert ist, dass wir es annehmen, weil England genug eigene Arme hat (Lebhafter Beifall und Händeklatschen), die es versorgen muss. Herr Z a n g w i 11 sagt uns weiter, wenn die britische Regierung uns kein anderes Territorium anbietet, dann sind wir frei von jeder Schuld. Ich will Herrn Z a n g w i 11 allen Respekt bezeugen, den er für seine Genialität, seinen Ernst, seine Fähigkeit verdient. Aber Herr Zangwill hat ein Buch geschrieben, das heisst: „Der König der Schnorrer". Es scheint nun, dass er diesen Kongress zum „König der. Schnorrer" machen will. (Stürmischer, andauernder Beifall und Händeklatschen.) Herr Zangwill ist sehr eifersüchtig auf die Ehre des Judentums, er predigt uns und den anderen Juden — und zeitweise ganz am Platze —, wir sollen auf unsere Ehre und Würde achten. Ich sage ihm, er soll diese erhabene Lehre in die Praxis umsetzen, er soll zum Zionistenkongress, der das Schönste und Erhabenste aus der Vergangenheit des Judentums darstellt, sagen: vWir wollen nicht betteln vor der zweiten Türe, wenn man uns bei der ersten Türe hinausgeworfen hat. (Stürmischer langanhaltender Beifall.) Ich bin gegen die Proposition Zangwill schon deswegen, weil ich weiss, dass die englischen Politiker viel besser geschult sind als unsere sogen, „fähigen Politiker". Es war die Politik Gladstones, auf Fragen im Parlamente stets so zu antworten, dass er niemals ein Lügner genannt werden konnte. Er sagte nicht ja und nicht nein, seine Antworten waren nicht Fisch und nicht Fleisch. Diese Taktik wird jetzt von jedem Politiker in England befolgt. Wenn Sie nun die Resolution Zangwills annehmen, glauben Sie, dass das Ministerium in England so antworten wird: Kongress, du willst mehr, ich gebe dir mehr — oder: ich gebe dir nicht mehr? Die britische Regierung wird so handeln, wie es ihren Interessen entspricht, sie wird auch keine kategorische Antwort geben, nicht ja und nicht nein sagen, sie wird die Sache verzögern, wird neue Konditionen verlangen, und mittlerweile wird unsere Partei den Mischmasch vorstellen, zu dem sie in den letzten 2 Jahren geworden ist. Ich danke Herrn Zangwill dafür. (Lebhafter Beifall.) Ich will hier ganz offen sprechen. Glauben Sie, dass die britische Regierung, obzwar sie uns ein „magnanimous off er" gemacht hat — wie es hiess — sich dabei nur vom philanthropischen Standpunkte leiten Hess? (Del. Greenberg und Del. Zangwill: Ja!) So sagen Sie, aber Sie sind nicht Gott und können nicht in die Herzen schauen. Aber so wie Sie in die Herzen der englischen Parlamentarier schauen können, kann ich es auch, und ich sage Ihnen, in England war diese Politik ein ganz gutes Geschäftsinteresse. Die englische Regierung hat Land, das unbesetzbar ist, leeres Land, für das die englischen Spekulanten nicht ihr Geld ausgeben wollen. Die englische Regierung musste 3 Millionen Pfund Sterling ausleihen, um dort in Uganda eine Eisenbahn zu bauen, und nachher hat sie noch mehr Geld dafür borgen müssen. Wiederholt wurde im Parlament dagegen gesprochen, dass die Regierung dafür das Geld nicht hinauswerfen soll, weil die Ugandabahn sich nicht rentiert. Die englische Regierung hat sich nun gedacht, jetzt können wir es erreichen, dass diese Eisenbahn zahlend wird, iindem wir das Uganda-Projekt den Zionisten vorlegen. (Lebhafte Zustimmung. — Del. Zangwill: Es ist nicht wahr, dass die Regierung das zu diesem Zwecke getan hat!) Ich werde Ihnen das schon sagen. Präsident Dr. Nordau (unterbrechend): Ich bitte, keine Dialoge zu führen. Del. Shire: Herr Zangwill hat noch eine andere „brillantene" Phrase hier gemünzt, welche wie Feuer um sich gegriffen hat, und das

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