Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 82)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 84 — Meine Damen und Herren! Wenn wir die namentliche Abstimmung vornehmen, dann wird sich bis zum Skrutinium, d. h. bis zur Verkündigung" des Resultates desselben wohl Zeit und Gelegenheit ergeben, alle beanstandeten Mandate zu prüfen, es werden dann die Stimmen der beanstandeten und vom Legitimationsausschusse annullierten Delegierten nicht mitzählen, und wir werden sehen, auf welcher Seite die legale Majorität ist. (Beifall und Händeklatschen.) Präsident Dr. Nordau: Es liegt für den Augenblick die Notwendigkeit nicht vor, das Recht der Redner zu beschränken. Ich gebe deshalb dem nächsten eingeschriebenen Redner das Wort. Die Debatte wird fortgesetzt. Del. Trietsch: Es sind noch Anträge zur Geschäftsordnung vorliegend. Präsident Dr. Nordau: Vorläufig wird einfach in der Debatte fortgefahren, da von der Wahl von Generalrednern für den Augenblick überhaupt Abstand genommen wird. Del. Trietsch: Nein, ich habe einen Antrag auf Wahl von Generalrednern gestellt. Präsident Dr. Nordau: Soviel ich verstehe, hat Herr Trietsch einen Eventualantrag gestellt. Herr S h i r e hat das Wort. Del. Dr. Bodenheimer: Zur Geschäftsordnung! Präsident Dr. Nordau: Es ist zu Geschäftsordnungsdebatten nicht mehr Zeit. Es handelt sich bei Ihnen um die Wahl von Generalrednern. Von einer solchen ist Abstand genommen worden. Wenn wieder Anträge auf die Wahl von Generalrednern gestellt werden, so werden diese entweder zur Diskussion oder zur Abstimmung gebracht werden. Vorläufig wird einfach in der Verhandlung fortgefahren. Herr S h i r e! Del. Skire: Hochverehrter Herr Präsident! Hochverehrte Kongressmitglieder! Als englischer Delegierter will ich hier zur Opposition sprechen gegen die Ausführungen von Herrn Z a n g w i 11. Herr Z a n g w i 11 hat für die Annahme des Ostafrika-Projektes gesprochen mit Argumenten, welche seine Tendenz ganz verdecken. Er will, dass dieser Kongress das Ostafrika- Projekt annehme, da er sonst das Judentum in England in Gefahr bringe. Ich sage hier zum zionistischen Kongresse: Ich bin ebenso englischer Bürger, wie Herr Z an g will, als Engländer sage ich Ihnen aber, dass, wenn wir dieses Projekt annehmen, wir das englische Judentum in Gefahr stellen. (Beifall.) Wenn auch Herr Z an g will mit der Autorität eines bedeutenden Mannes zu Ihnen spricht, so sage ich Ihnen, dass seine Worte nicht massgebend sind. Ich sage Ihnen ganz umgekehrt: wenn der Kongress den zionistischen Prinzipien getreu handelt und das Projekt begräbt, so wird ihm das englische jüdische Volk dafür dankbar sein. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. —- Widerspruch.) In dem Momente, wo der Ostafrika-Plan auftauchte, hat sich in England eine Partei gebildet. Diese Partei hat sich nicht auf die konservative oder auf die liberale Partei gestützt, sondern von beiden Parteien haben Leute gegen dieses Projekt gesprochen und gesagt: Wenn wir irgendwo Platz haben zu kolonisieren, dann haben wir doch unser eigenes Proletariat zu kolonisieren und dürfen das Land nicht an Fremdländer weggeben. (Zwischenrufe.) Das war das Argument, das in the House of Commons von einem so bedeutenden Manne wie Lord Robert Grey gebraucht wurde, der Minister war in Ros-eberys Kabinett. Ich komme nun zu dem zweiten Punkte des Herrn Z an g wi ll. Herr Zangwill, der ja so schöne „brillantene41 Phrasen verfasst hat, sagt, dass der Kongress nicht , nur ein Kongress von Zionisten ist, sondern ein Kongress von Juden aus 23 Staaten. Wir. müssen aber. heute klar-