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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 83

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 83 (sequence 81)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 83 — eine weitere Diskussion über die Mandate feststellen wird, ob die Majorität eine wirkliche Majorität ist. Also: bis nicht der Legitimationsausschuss seinen Bericht hier vorlegen wird und sämtliche Mandate verifiziert sind, muss die Beschlussfassung über das Ostafrika-Projekt vertagt werden. (Beifall. — Zischen.) Del. Josselef (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren! Ich will einen Antrag stellen, dessen Begründung ich für ganz überflüssig halte. Herr David Wolffsohn aus Köln hat sich erlaubt, vom Stuhle -des Vizepräsidenten aus seine Faust gegen eine Gruppe zu erheben. Ich appelliere daher an ihn selbst, er möge sein Amt, dem er nicht gewachsen ist, niederlegen; wenn er es aber nicht tut, schlage ich der Versammlung vor, ihm die Missbilligung auszudrücken. (Gelächter und Zischen.) Präsident Dr. Nordau: Herr Temkin will eine tatsächliche Bemerkung zu den Worten des Herrn Vorredners machen. Del. Temkin spricht russisch. Er sagt, er bedauere, dass Herr Josselef diese Sache in Abwesenheit des Herrn Wolffsohn vorgebracht habe. Es sei nicht richtig, dass Herr Wolffsohn mit der Faust gedroht habe. Er (Temkin) war den ganzen Vormittag an der Seite Wolffsohn s. Er habe gesehen, wie Herr Wolffsohn mit dem Zeigefinger nach Herrn Josselef hingewiesen habe, indem er die Ordner aufforderte, diesen zu beruhigen. Präsident Dr. Nordau: Hiermit ist der Zwischenfall erledigt. Del. Bettelheim (zur Geschäftsordnung): Geehrter Kongress! Der VII. Kongress ist unter Umständen zusammengetreten, die uns nicht den Namen „politische Zionisten" verdienen lassen. Wir müssen uns über einen modus vivendi einigen, um dem Kongresse den Frieden zu erhalten, dem Kongresse, dessen Ansehen das erste und wichtigste ist, was wir der Welt zu zeigen haben, damit die Parteien nicht aneinander platzen und den Kongress zu dieser Lächerlichkeit machen, welche 10 Millionen Assimilanten aus innigstem Herzen wünschen. Es ist in keinem Parlament der Welt Brauch, dass die Parteien im Vertretungskörper selbst, ohne sich vorher verständigt zu haben, aneinanderplatzen. Es ist unmöglich, dass die Majorität ihre Absicht, die Minorität zu zerschmettern, vollbringen kann, denn die Minorität wird sich jedenfalls mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln wehren, und was die Majorität erzielen wird, wird höchstens das sein, dass das so wichtige Ansehen des Kongresses nicht erhalten bleiben und. demnach die Absicht der Majorität nicht zur Geltung kommen wird. Ich beantrage daher, dass von der Majorität, speziell von ihren Führern, gefordert werde, der Minorität eine gewisse Lebensmöglichkeit zuzugestehen und nicht zu verlangen, dass ein grosser Teil von Gesinnungsgenossen, die seit einem Jahrzehnt mit Aufopferung ihrer Fähigkeiten und Kräfte an den Zielen des Zionismus mitgearbeitet haben und für ihre Person der Ansicht sind, dass sie allein den Geist Theodor H e r z 1 s in der Bewegung fortpflanzen, sich vollständig seiner Ziele, Hoffnungen und Ansichten begeben möge. (Beifall. Präsident Dr. Nordau: Der Legitimationsausschuss versammelt sich im Hinterzimmer. Die Mitglieder sind eingeladen, sich sofort dahin zu begeben. Del. Dr. Halpern (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren! Ich stelle den Antrag, dass die Abstimmung über das Ostafrika-Projekt eine namentliche sei, schon deswegen, um einer Reihe von Gesinnungsgenossen Gelegenheit zu geben, zu zeigen, dass sie seit der Zeit, wo sie zu den „Ja-Sagern4' gehört haben, wieder zionistischer geworden sind. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

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