Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 74)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 76 — Sir Francis Montefiore (beginnt — mit lebhaftem Beifalle und Händeklatschen begrüsst — seine Ausführungen in englischer Sprache. — Schriftführer Weizmann übersetzt die Rede satzweise): Ich habe die Rede des Herrn Zangwill mit grossem Interesse angehört. (Lebhafte andauernde Unruhe und zahlreiche Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte um Ruhe für den Redner! (Andauernde lärmende Zwischenrufe.) Meine Herren! Wir müssen, doch hier die Ehre und Würde der Tribüne wahren. Sir Francis Montefiore hat jetzt das Wort, und ich bitte Sie, ihn ruhig anzuhören. (Unruhe.) Sir Francis Montefiore (setzt seine Rede, nachdem der" Lärm sich gelegt hat, in englischer Sprache fort. — Schriftführer W e i z m a n n übersetzt dieselbe, wie folgt): Ich halte es für eine grosse Ehre, der erste! zu sein, der in so absoluter Opposition gegen die Resolution des Herrn Z a n gw i 11 sich befindet. Ich habe auch die Ehre, mitzuteilen — wenn es vielleicht auch nicht nötig ist — dass ich der grossen nationalen Bewegung sehr ergeben bin, indem ich auf ein gut ausgedachtes Kolonisationsprojekt einen grossen Wert lege und dem Vorschlage der britischen Regierung den grössten Wert beilege. Zur gleichen Zeit ist mein Herz zum heiligen Lande gewendet, welches immer das gelobte Land der Juden bleiben wird. Ich glaube, dass meine Ansicht mehr durch das Gefühl als durch blosse Vernunft erwägungen begründet ist, aber ich glaube auch, dass wir beides haben müssen. Es ist notwendig, um ein Land zu kolonisieren, dass der Boden sowie das Klima günstig sind, aber neben diesen Dingen ist es auch notwendig, dass eine Liebe für das Land, welches zu kolonisieren ist, besteht. (Lebhafte Zustimmung.) Wie gross die Liebe des jüdischen Volkes zum Lande seiner Väter ist, ist ersichtlich, wenn wir einen Blick werfen auf den Verlauf der Geschichte. Seit der Zeit, seit demjenigen Momente, wo wir unsere Selbständigkeit verloren haben, hat das jüdische Volk sich immer zum Lande der Väter gewandt. Wenn schwere Zeiten über das Judentum hereinbrachen, war es uns ein Trost; wenn gute Zeiten kamen, so war die Liebe zum Ahnenlande das Mittel, welches das Volk zusammenhielt. Noch bevor Ostafrika vor den Kongress gebracht worden ist, war es die Liebe für Zion, welche die Juden aus allen Ländern zu diesem Kongress hergebracht hat. In früheren Tagen haben sehr viele Juden den Wunsch gehabt, nach Palästina zu gehen, um dort zu sterben, jetzt ist die Zahl derjenigen gewachsen, die den Wunsch haben, nach Palästina zu gehen, um dort zu leben. Sie haben so oft gehört, wenn man gegen Ostafrika gesprochen hat. dass ich derjenige Avar, der für die Aussendung einer Kommission nach Ostafrika gestimmt hat. Aber wenn ich dies getan habe, habe ich es nur deswegen getan, weil mich unser sei. Führer darum ersucht hat. .(Rufe: Lauter! Man hört nicht.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte um Ruhe. (Da die Stimme des Uebersetzers für die grosse Versammlung nicht ausreicht, ersucht der Vorsitzende. Dr. M a r m orek, Herrn Dr. Magnes, die Rede zu übersetzen.) Sir Francis Montefiore (fortsetzend): Ich möchte darauf verweisen, dass der WTert des Ostafrika-Angebotes tatsächlich vorhanden war, es war nämlich ein diplomatischer Gewinn, denn es hat uns einfür allemal gezeigt, dass eine grosse Regierung, wie die englische, die Juden als eine Nation anerkannt hat, und die Zionisten als den Hauptteil dieser Nation. In be.zug auf die Fruchtbarkeit und Annehmbarkeit des Ostafrika-Anerbietens, meine ich, sei es unnötig, irgend etwas hier zu sagen, denn diese Frage ist von der ausgesandten Kommission schon entschieden worden. Aber ich möchte,