Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 75)
- Language
- German, English, Hebrew
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wenn Sie es mir erlauben, noch einmal darauf hinweisen, dass Palästina ein Land ist, das dazu geeignet ist, kommerziellen und agrikulturcllen Zwecken zu dienen. (Beifall.) Was die Bodenbeschaffenheit anbetrifft, ist Palästina keineswegs unfruchtbar, und der schlechte Zustand Palästinas ist nur wegen der Vernachlässigung der Landwirtschaft eingetreten. Es ist gut bekannt, dass die besten Autoritäten annehmen, dass Palästina ein Land sei, das sich ganz gut entwickeln Hesse. Seitdem ich das letzte Mal die Ehre gehabt habe, vor dem Kongress zu reden, habe ich die Genugtuung gehabt, mit Herrn Colonnel C o n d e r bekannt zu werden, der die beste lebende Autorität ist für Palästina. (Hört!) Ich bin in Kenntnis gesetzt worden, dass es der Wunsch des Herrn Vorsitzenden ist, dass wir jetzt die Frage von Palästina nicht anschneiden sollen, und obwohl mir diese Frage sehr nahe geht, wyerdc ich doch diesem Wunsche Folge geben. Aber ich möchte nur sagen, dass, wenn die Ostafrikafrage entschieden worden ist, alle Zionisten zusammen arbeiten müssen, damit unsere Arbeit Erfolg habe. Es schien mir immer, dass, wenn wir im Grunde dieselben Gefühle haben, wir doch zusammen arbeiten können, und dass wir die Ansichten der Parteien immer berücksichtigen müssen. Ich möchte in Erinnerung bringen, dass wir eine grosse Aufgabe haben und dass wir vernichtet werden, wenn wir nicht zusammenarbeiten. Ich weiss, dass es viele Redner gibt, die über diese Frage sprechen werden, und ich meine, man kann der Versammlung den besten Dienst erweisen, wenn man seine eigenen Bemerkungen so kurz wie möglich macht. (Sehr richtig.) Es tut mir deshelb leid, dass ein Teil der Versammlung mir nicht zuhören wollte, aus Gründen, die der jetzigen Frage, ganz fremd sind. Ich möchte zum Schlüsse nur dies bemerken, dass es meine Hoffnung ist, dass diejenigen, denen das Wohl des Volkes am Herzen liegt, eine gemeinsame Basis für gemeinsame Arbeit auszuarbeiten versuchen werden (Beifall) und dass sie dabei nicht verführt werden durch die Behauptung, dass es verschiedene Arten von Juden gibt und dass die Juden nicht auf gemeinsamer Basis zusammen arbeiten können. Ich weiss ganz gut, dass es verschiedene -Unterschiede zwischen Juden gibt, aber es sind nur zufällige Unterschiede des Standes und des Reichtums; denn sind wir nicht alle Kinder derselben Rasse und Verehrer desselben Glaubens? (Grosser Beifall.) Wir sind eins, und im Namen dieser Einigkeit möchte ich wünschen, dass unsere Arbeit Erfolg habe. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Präsident Dr.Nordau: Es sind bisher 120 Redner für und gegen die Annahme des Angebotes der britischen Regierung eingeschrieben. Es leuchtet ein, dass weder die 120 Redner, noch auch nur ein erheblicher Teil derselben zum Worte kommen kann. Würden alle Redner von ihrem Rednerrechte Gebrauch machen wollen, so würden für diese Angelegenheit allein mindestens 20—25 Sitzungen notwendig sein. Es leuchtet ein, dass wir hier vor einer Unmöglichkeit stehen. Es ist daher der Antrag gestellt worden, dass die Redner sich jetzt in 2 Sälen versammeln, und zwar die Pro-Redner in einem und die Kontra-Redner im anderen, und dass je vier Generalredner, zusammen also 8, gewählt werden, die im Namen der ganzen Rednerreihe sprechen werden. (Stürmischer Widerspruch. — Langandauernder Lärm. — Del. Dr. S y r k i n : Freie Diskussion!) Vizepräsident Dr. Alexander Marmorek: Es ist ein Missverständnis, meine Herren! Ich bitte um Ruhe, Flerr Dr. Syrkini Meine Herren, hören Sie zu. (Anhaltender Lärm.) Wo sind die Ordner? Floren Sie doch zu, bevor Sie schreien. Der Antrag soll heissen ... (Lärm.) Ich bitte Sie, zu Ihrem Präsidenten soviel Zutrauen zu haben, dass Sie ihn zuerst ausreden lassen; die Herren benehmen sich ungebührlich. Der Antrag lautet: Sie sollen die Zeit der Mittagspause dazu benützen, eventl. Generalredner