Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 50)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 52 Föderation, an der wir unablässig arbeiten, wird über kurz oder lan£ sicherlich zustande kommen, aber versprechen Sie sich nicht zuviel von ihr, Sie wird dieses Werk nicht durchführen, sie wird es eben nur erleichtern, wenn sie sieht, dass das ganze jüdische Volk sich selbst an die Arbeit gemacht hat. Ihre Rolle kann 'nur ''darin bestehen, die Privatinitiative zu befördern, und zwar dadurch, dass sie auf dem Kolonisationsgebiete die Existenzbedingungen erleichtert. Der einzige Weg, der uns ans Ziel führt, istdienationaleSelbstbefreiung. Von dieser wurde auch zu Beginn des Kongresszionismus gesprochen. Damals hat man an eine andere Selbstbefreiung gedacht. Man stellte sich vor, dass an Stelle der bevormundenden philantropischen Kolonisation eine neue Organisation treten müsse, die die Aufgabe habe, eine neue Existenzbedingung für das jüdische _ Volk zu schaffen. Meine Herren! Diese Formel, die damals geschaffen wurde: Einer für alle, oder, wie sie jetzt lauten wird: Drei für alle, ist wieder nicht die nationale Befreiung, sondern nur eine nationale Illusion. Erwarten wir kein Wunderwerk von unserer Diplomatie! Es gibt keine Stiftung" und keinen jüdischen Diplomaten, der imstande wäre, diese kolossale Summe menschlicher Arbeit und die Riesengelder, die nötig sind, um das ganze jüdische Volk in andere Länder zu überführen, aus dem Boden zu stampfen. Diese Summe kann nur das jüdische Volk liefern. Nur das jüdische Volk hat die Mittel zu seiner Selbstbefreiung; das sind die volkstümlichen Siedelungsgenossenschaften,. die auch dem ärmsten durch kleine regelmässige Beiträge die Möglichkeit bieten, in einigen Jahren die Summe zu beschaffen, welche für den Grundkauf und die Kosten der Ansiedlung in Palästina im nationalem Sinne nötig ist. Meine Herren! Alle unsere Gesinnungsgenossen, die aus Palästina zurückkehren, bestätigen, dass * die dortigen äusseren, lokalen Bedingungen wirklich arbeitsfähigen Kolonisten nur geringfügige- Hindernisse bereiten. Das grösste Hindernis liegt in dem Mangel an individueller und kollektiver Initiative, an 1 Tatkraft und an Organisationsfähigkeit. Wir waren zu energielos,!um uns zu einer Organisations¬ und Kolonisationsaktion aufzuschwingen. Das muss jetzt geschehen. Zu. denbestehenden Siedlungsgenossenschaften müssen neue hinzutreten, bestehend aus Selbstbewirtschaftern und Arbeitern, und zwar nicht als vereinzelte Schöpfungen, sondern zu Dutzenden, zu Hunderten. Alle Kräfte des» Zionismus müssen mobilisiert werden. Jeder sorge nur dafür, dass er für sich und seine Familie in Palästina eine neue Existenz schaffe, denn damit sorgt er auch auf das beste für die Nation. Denn zur Formel: Einer für alle tritt nur eine Ergänzung im genossenschaftlichen Sinne: Alle für einen! Also Siedlungsgenossenschaften volkstümlicher Art, aus Privatinitiative, geschaffen, aber zu einer mächtigen Zentralorganisation vereinigt, nach einem einheitlichen nationalpolitischen Plane vorgehend, Hand in Hand mit einer umsichtigen Diplomatie, die unaufhaltsam dem letzten Ziele des Zionismus zustrebt, das ist die Zukunft des Zionismus, das ist unsere nationale Selbstbefreiung! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Zwischenrufe und Pfeifen.) Berichterstatter Dr. Alexander Marmorek: Im Namen des Permanenzausschusses habe ich Ihnen folgenden Vorschlag zu unterbreiten: Nachdem sich die Zahl der Ordner als nicht genügend erwiesen hat, bittet der Permanenzausschuss noch folgende Herren, das Amt von Ordnern zu. übernehmen: Jehude Neifach, Bukstein, K a t z e n e 1 s o h n , Spiwak, Salzmann, Renzin, El. Gordoji, Rechtsanwalt Jakob - söhn, Soloweizig, Barkun, Kolker, Finkel, Rosenzweig/ Mirenberg, Kre in, Epstein, Nessel witz, Kaminski, J. Nerfach, Salomonow, Ing. Mech. Katel, M.. Gordon., Bogo-