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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 50

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 50 (sequence 48)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 50 — sation, die irgendwo unternommen worden sind, stets mit Katastrophen geendet haben, dass Kolonisationen nur dann erfolgreich sein können, wenn sie, in kleinem Massstabe beginnend, in vernünftigem Tempo zur Massenkolonisation anwachsen, und dass selbst diesen ersten Kolonisationen eine Versuchskolonisation vorangehen muss. In diesem Anfangsstadium der Kolonisation kann Ihnen die Autonomie keine Dienste leisten. Dieses Stadium kann unter beliebigen politischen Formen stattfinden. Der Charter kann Sie vor wirtschaftlichen Missgriffen, nicht schützen, er kann Ihnen nicht helfen, rascher die richtigen Kulturarten und — Methoden zu finden. Sie sehen also, dass sich diese beiden Punkte in dieser Weise nicht durchführen lassen. Es wird Ihnen aber auch nie gelingen, diese Voraussetzungen, in die Praxis sich umsetzen zu lassen, wenn wir nicht imit Taques I., Kaiser der Sahara, konkurrieren, und in einer Sandwüste ein völlig unabhängiges jüdisches Kaiserreich errichten wollen. Wir werden die Autonomie, bevor wir den Fuss ins Land gesetzt und ohne dass wir die entsprechende Gegenleistung geboten haben, nicht erreichen. Auf Grund unserer zionistischen Erfahrungen und auf Grund der kolonialtechnischen Erfahrungen mochte ich die leitenden Sätze unserer neuen zionistischen Politik folgendermassen formulieren: Unser erster Grundsatz müsste lauten: Unsere diplomatischen Unterhandlungen sollten in Zukunft ausschliesslich auf der Basis realer Machtverhältnisse geführt wTerden, d. h. es sollen nur solche Konzessionen angestrebt werden, welche Bestätigung und formeller Ausdruck unserer tatsächlichen wirtschaftlichen Expansion sind. Wir sollten uns nur um solche Konzessionen bemühen, für die wir sofort eine entsprechende Gegenleistung gewähren können, d. h. um erreichbare Konzessionen und nicht sofort um die letzten Ziele unserer Bestrebungen. Der zweite Grundsatz: Hand in Hand mit diesen Unterhandlungen, als reale Unterlage derselben, muss der wirtschaftliche Fortschritt in Palästina, die friedliche wirtschaftliche Durchdringung des Landes stattfinden. Ein derartiges System ist nicht die alte Kleinkolonisation, das ist grosse zionistische Politik, aber zionistische Realpolitik, die es anstrebt, das Ziel auch wirklich zu erreichen und sich die Waffe zu diesem Ziele nicht aus der Hand entwinden lässt. Bedenken Sie in Ruhe, welche Verluste uns das frühere System, das zweifellos sehr verführerisch war, gebracht hat. Wir mussten, gezwungen durch dieses System, durch lange Jahre uns von allem Bodenkauf in Palästina fern halten. Wir mussten zusehen, wie die Preise des Bodens um Haiffa und Jaffa herum um das zwanzig- und hundertfache stiegen, und darum glaubte ich wohl berechtigt zu sein, in einer zionistischen Versammlung in Wien zu sagen, dass der diplomatische Zionismus die verkehrteste Bodenspekulation war, die je von Juden gemacht wurde. Vor solchen Verlusten wird uns die neue Politik schützen. Wenn Sie nun fragen, auf welchem Gebiete sich diese Politik betätigen soll, so kann ich Ihnen darauf natürlich ebenfalls nur mit dem Urtexte des Zionismus antworten, und diese Antwort kennen Sie ja. Aber wenn für uns Palästina dasjenige Gebiet ist, auf welches sich unsere zionistische Bewegung politisch wie wirtschaftlich beschränken soll, so müssen wir uns andererseits klar machen, dass dies nicht im geographisch striktesten Sinne aufgefasst werden darf. So interpretiert, meine Herren, würde der erste Satz des Baseler Programms eine wirtschaftliche Unmöglichkeit bedeuten, denn er lautet ja, dass wir für das jüdische Volk eine Heimstatte m Palästina gründen wollen. Nehmen wir das jüdische Volk.' In seiner Totalität bedeutet es über u Millionen Menschen. Nehmen wir jedoch an, dass auch nur die Hälfte des Volkes nach Palästina übersiedeln

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