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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 40

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 40 (sequence 38)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476268--2250-3478389
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— 40 — Auswanderungsfrage ist von allen den vielen Nöten momentan diejenige, die gewiss die grösste Aufmerksamkeit verdient. Aller Mittel bar, nur um das nackte Leben zu retten, kommen die Flüchtlinge, zumeist Männer, aber auch viele Frauen und Kinder, über die Grenze, auf die Wohltätigkeit und Menschenliebe vertrauend. Wo ist aber die allgemeine Nächstenliebe der nichtjüdischen Nationen für diese Elendesten der Elenden? Vergebens haben die Assimilanten sie erhofft und ersehnt als Zeichen der gleichen brüderlichen Behandlung der Juden durch die Nichtjuden. Vergebens! Wirksam und allein tätig ist die jüdische Wohltätigkeit gewesen, die nie versagt, welchen Stammes und Glaubens immer die Bittenden auch seien, und die auch den flüchtenden Brüdern im reichsten Masse zuteil wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Aber durch Wohltätigkeit allein kann einem ganzen Volke Hilfe nicht gebracht werden, und so sehen sich die die zionistischen Ideen streng abweisenden assimilatorischen Kreise in Deutschland und Oesterreich genötigt, die von den Zionisten gepredigte und durch Beispiele als wirksam dokumentierte Sammlung und Organisierung der Kräfte in ihr Programm aufzunehmen. Die Grossloge Bnei Brith in Deutschland berief, in Gemeinschaft mit dem Hilfsvereine der deutschen Juden, im Dezember 1904 eine Konferenz aller jüdischen philanthropischen Gesellschaften nach Frankfurt am Main zum Behufe der Regelung der Auswanderungsfrage. Auch das zionistische A. C. folgte gerne der Einladung, da wir es stets für unsere Pflicht halten, dort nicht zu fehlen, wo es gilt, jüdisches Interesse wahrzunehmen. Die Seele des Hilfsvereins der deutschen Juden ist ein Mann, der von glühendster Liebe zu seinem Volke erfüllt ist und ihm seine ganze energische Tätigkeit widmet. Sein Streben, die Auswanderung zu organisieren, verdient gewiss die Unterstützung aller Juden, und wir stellten gerne unsere weitverzweigte Organisation dies- und jenseits der russischen Grenze für diesen Zweck zur Verfügung, obzwar wir uns von vornherein darüber klar waren, dass nur einem geringen Teile des Auswandererelends auf diese Weise Hilfe gebracht werden könne. Es war eigentlich das erste Mal, dass Zionisten mit Nichtzionisten sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenfanden, und es freut uns, konstatieren zu können, dass unsere Arbeits- und Opferfreudigkeit sich auch die Anerkennung der Nichtzionisten errang. Die errungene Position des Zionismus zeigt sich darin, .dass sich bereits politische Parteiungen und Gruppierungen in ihm bilden. Warum soll denn unser intelligentes Volk den

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