Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 39)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 41 — anderen Völkern in der Mannigfaltigkeit der Welt- und politischen Anschauungen nachstehen? Das A. C. hat den Fraktionierungen die möglichste Freiheit und Unterstützung ange- 'deihen lassen, unter der Voraussetzung, dass das Baseler Programm das gemeinsame feste und unwandelbare Fundament sei, auf denen sich Sonderrichtungen aufbauen können, welche nicht vergessen dürfen, dass sie nur Teile sind des grossen;Ganzen, dass sie in ihrer Art mitzuförderri, aber nicht zu zerstören berechtigt sind. Wir haben, von diesem Gesichtspunkte ausgehend, der Bildung einer Misrachi-Partei alle Förderung angedeihen lassen, dem Versuch derselben aber, neben den Landes-Organisationen sich als eigene Organisation in der Gesamt-Organisation auszubilden, unser Veto entgegengestellt. Ueber unsere zionistischen Institutionen, die Jüd. Kolonial- Bank, die Anglo-Palestine Company und den Nationalfonds werden noch Spezialreferate Ihnen Gelegenheit zur Diskussion geben. Auf der diesjährigen Generalversammlung der Bank werden die seit längerer Zeit von den Aktionären gewünschten und von dem A. C. verbreiteten Statutenänderungen zur Beschlussfassung kommen. Sie werden auch Gelegenheit haben, von den erfreulichen Fortschritten zu hören, welche die Tochtergründung der Bank, die Anglo-Palestine Company macht. Neben der Zentrale in Jaffa, ist eine Filiale in Jerusalem gegründet, eine zweite Filiale in Kaiffa in Vorbereitung. Mehr als der materielle Erfolg ist der moralische dieser Gründung einzuschätzen, indem die A. P. C. sich in Palästina eines grossen Ansehens erfreut und in jeder Beziehung die Lage der palästinensischen Juden stärkt. Der Nationalfonds hat zwar in den wenigen Jahren seines Bestehens eine bedeutende Grösse angenommen, aber noch immer ist das Verständnis für diese nationale Institution nicht so populär, wie es sein sollte. Insbesonders halten sich die wohlhabenden Klassen unserer Bevölkerung noch zu sehr dem N. F. ferne. Welcher Gesinnung die Juden auch sein mögen, für den N. F. sollte jeder Jude, bei jeder Gelegenheit beisteuern. Wenn nur das Vorbild der Schweizer Juden nachgeahmt werden würde, welche in diesem Jahre im Durchschnitte für jeden jüdischen Einwohner einen Fr. per Kopf dem N. F. zuwandten, müsste der N. F. schon das Zehnfache seines jetzigen Besitzes aufweisen! (Lebhafter Beifall.) Die alte Lehre, dass zur Erreichung eines Erfolges vor allem Geld, Geld und wieder Geld gehöre, hat auch für uns Juden seine Wahrheit nicht verloren, und eine erhöhte Propaganda für die finanziellen Institutionen der Bewegung ist eine der wichtigsten Mahnungen, welche die Delegierten dieses Kon-