Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 29)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476268--2241-3478380- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 31 — % nur Strohfeuer gewesen, das mit dem Heimgange seines Er- | weckers rasch verlöschen werde, wie es emporgelodert ist. Sie erkannten eben nicht Herzls wahre Grösse und Bedeutung, die darin besteht, dass sein Werk nicht bloss das Geistesprodukt eines noch so hellen und grossen Kopfes ist, sondern nur die Wiedererweckung, die moderne Gestaltung einer im 3j Gefühls- und Geistesleben der Juden tief wurzelnden Sehnsucht, J| die unterdrückt, zurückgehalten geblieben war, bis der zün- 1f dende Funke Herzls das vorhandene Pulver zu hellen Flammen anlachte. Sein Werk wird dauernder sein, als sein Leib, und V. wenn dieser auch in fremder Erde vermodert, der Moment wird kommen, in dem das jüdische Volk Herzls Asche auf seinem |l Zuge zur Wiederbesiedlung des Landes seiner Hoffnung vorantragen wird.....(Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) ~% Unser Organisationsstatut, die Verfassung, die wir uns ■|| selbst gegeben haben, hatte für den Fall des Todes eines Mitgliedes der Leitung der Bewegung nichts vorgesehen. Waren =f| doch die meisten, die an der Schaffung dieser Verfassung teil- ~i§ nahmen, Männer in voller Manneskraft, in einem Alter, in dem || man noch nicht ernstlich an den Tod denkt. ■M Und wer von uns hätte es vermutet, dass unser Präsident, ,'H der ein Bild strotzender Gesundheit schien, der erste sein würde, f| der auf diese Lücke hinwies? % Die übrig gebliebenen Mitglieder des A. C. hatten es als "4 selbstverständliche Pflicht erachtet, die Leitung der Partei, die -;| sie schon seit der Krankheit Herzls selbständig inne hatten, -^fortzuführen, bis das grosse A. C. einberufen sein und weitere H Verfügungen getroffen haben würde. Da zur Bestattung Herzls -ff die Mehrzahl der Mitglieder des grossen A. C. in Wien eingetroffen waren, so fanden schon damals Besprechungen und Beratungen über -die künftige Gestaltung und Führung der Bewegung statt, die ihren gesetzmässigen Ausdruck in den Be^ [Schlüssen der im August 1904 tagenden Sitzung des grossen A. C. fanden. Darnach wurde dem engeren A. C. die Geschäftsfleitung überlassen, demselben jedoch ein aus 9 bewährten Mitgliedern zusammengesetzter Ausschuss zur Beratung und Beschlussfassung wichtiger politischer öder sonst weittragender Angelegenheiten zur Seite gestellt. Da diese Institution in unserem Organisationsstatut nicht vorgesehen ist, bittet Sie das grosse-A. C. um nachträgliche Genehmigung dieser Verfügung. Das grosse A. C. tagte noch zweimal im Jahre 1904, in den Monaten Januar und Mai, das letzte Mal, um den Bericht der aus Ostafrika zurückgekehrten Erforschungskommission entgegenzunehmen und denselben — entsprechend der Weisung [des 6. Kongresses — einem eigens zur Beratung der Ostafrika-