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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 10

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 10 (sequence 8)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 10 — mühungen zu vernichten, sollten der hart kämpfende Mittelstand und die notleidende Masse die Mittel zum weltgeschichtlichen Unternehmen liefern. Er trat mit dem Entwurf der jüdischen Kolonialbank hervor und panzerte seine Empfindlichkeit eines hermelinreinen Goldverächters gegen die giftigen Verleumder, die ihn einen Gründer schalten und unterstellten, er habe den ganzen Zionismus nur ins Werk gesetzt, um sich an einer Judenbank zu bereichern. Er verlangte vom jüdischen Volke 50 Millionen Franken, den kleinsten Betrag, mit dem man an ernste finanzielle Verhandlungen mit der Türkei denken durfte. Es gab ihm noch nicht ein Achtel der Summe und dabei ist es nach sechs Jahren bis zum heutigen Tage geblieben. Er versuchte ein anderes Werkzeug der Erlösung zu schmieden, ein weit schwächeres, weit dürftigeres; er regte die Schaffung des Nationalfonds an, der 200000 Pfund betragen sollte. In fünf Jahren ist noch lange nicht die Hälfte vereinigt worden. Die einen wollten nicht, die andern konnten nicht, kurz, es kam bei übermenschlichen Anstrengungen blutwenig heraus. Wo immer er mit seiner tapfern Faust zufasste, da griff er ins Leere. Wo immer er den Fuss hinsetzen wollte, da schwand ihm der Boden unter der Sohle. Er baute auf sein Volk wie auf einen Urfels- und sein Volk erwies sich als Flugsand. Ich muss, so schwer es mir wird, auch seiner letzten Enttäuschung gedenken, die vor der Geschichte unsere Schande bleiben wird. Für die Sache, die er zu seinem Lebensinhalt gemacht hatte, gab Herzl, ohne zu zählen. Er verzichtete in den wirtschaftlich ergiebigsten Lebensjahren fast ganz auf Erwerb, um sich dem Zionismus vollständig widmen zu können; er brachte mit der ihm eigentümlichen Grossartigkeit vom ersten bis zum letzten Tage die schwersten Opfer für sein Ideal; er bestritt aus der eigenen Tasche die ersten Erfordernisse der Organisation, die Anfangsgehälter der Beamten, die Kosten der frühen Reisen für den Zionismus; er schuf und unterhielt jahrelang mit seinem Gelde das als notwendig erkannte Hauptorgan der Bewegung. Als er den „Judenstaat" schrieb," war er ein wohlhabender, beinahe reicher Mann. Als er neun Jahre später starb, hinterliess er fast nichts als seine Aktien der jüdischen Kolonialbank. Wenn ihm seine Nächsten wegen des Verbrauches des Vermögens seiner Kinder Vorstellungen machten, beruhigte er sie lächelnd mit der Bemerkung: „Ich habe zu meinem Volke das Vertrauen, dass es meine Frau und Kinder nicht hungern lassen wird.'4 Auch diese? Vertrauen hat das jüdische Volk nicht" gerechtfertigt, , Seit einem Jahr demütigen wir uns und das Andenken Herzls, das uns heilig ist, und sammeln für seine Familie. Mit welchem Erfolg? Es ist bei seinem Tode

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