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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 9

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 9 (sequence 7)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Stammesgenossen voraus. Er nahm an, alle oder sehr viele Juden seien wie er entschlossen, nicht länger Erniedrigung zu ertragen, sie hätten seinen stählernen Willen, seinen sittlichen Ernst, seine ideale Begeisterung, seine «unbegrenzte Selbstlosigkeit, seinen Opfermut, und er urteilte, dass auch dies Machtmittel seien, mit denen ein Staatsmann arbeiten kann, auch wenn er noch kein Land, kein Heer, keine Flotte, keine Finanzen zur Verfügung hat. Die Tragik seines Lebens war, dass er sich in dieser Grundrechnung irrte. Seine Eigenschaften wiederholten sich vielleicht virtuell bei allen oder vielen Juden, aber sie blieben jedenfalls verborgen. Das Herz krampft sich mir zusammen, wenn ich ihm auf seinem neunjährigen Leidenswege folge, wie er sich, in seinem schönen Vertrauen zum Judentum wie in einem Nebel befangen, durch die Dornen und Nesseln der Wirklichkeit mit wunden Händen tastete. Er zweifelte nicht daran, dass die Reichen und Geistesadligen seines Volkes dieselbe Entrüstung über die Lage des Judentums, dieselbe Sehnsucht nach neuen, stolzen Geschicken empfanden wie er selbst. Er schrieb seinen „Judenstaat'zeigte darin mit Scharfsinn und weiser Voraussicht, wie der Auszug der besitzenden Juden aus den Ländern der Verfolgung sich mit dem geringsten Schaden für sie und die Länder vollziehen könne, Hess das Buch auf eigene Kosten in mehrere Sprachen übersetzen und drucken, schickte es den angesehensten Rabbinern, Gemeindevorstehern, Finanzmännern, und wartete. Jetzt musste ja die grosse Zeit der Erlösung und Wiedergeburt beginnen! Einige Wochen hoher Hoffnung und banger Ahnung vergingen, dann wusste er es: die meisten Empfänger seines Buches hatten es nicht aufgeschnitten, einige es nach den ersten Seiten ärgerlich in den Papierkorb geworfen, manche aber, die es durchflogen hatten, fielen in Zeitungen, Broschüren und Kanzelreden über ihn her und nannten ihn einen neuen Sabbatai Zevi, wenn'sie ihn nicht einfach einen feigen Ausreisser, oder gar einen Antisemiten schimpften. Jeder andere hätte an dieser ersten Erfahrung genug gehabt. Nicht Herzl. Er stutzte nur, sammelte sich aber bald. Sein fruchtbares Hirn trieb sofort einen neuen Plan hervor. Mit der Finanzmacht, den geistigen Kräften, dem mannigfaltigen Einfluss der jüdischen Oberschicht konnte selbst ein mittelmässiges Organisationstalent das zionistische Befreiungswerk ohne besondere Schwierigkeiten verwirklichen. Da diese Schicht auf Herzls Anruf taub blieb, da sie ihm ihr Geld vorenthielt, ihren Geist gebrauchte, tun ihn zu verspotten, ihren Einfluss benutzte, um ihn überall zu hemmen und seine Be-

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