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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 7

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 7 (sequence 5)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476268--2217-3478356
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ertrug es nicht, dass man in ihm seine Vorfahren beschimpfte und seine Nachkommen schmähte. Er empörte sich mit der ganzen Leidenschaft seiner starken Natur gegen die ruchlosen Lügner, die ihn mit allen Juden zusammen in dem Grundnetzt einer Kollektivverleumdung einfingen, um ihn zur moralischen Vernichtung zu schleppen, und er, nach Anlage und Entwicklung bis dahin eine allseitig frei dastehende Eigenpersönlichkeit, nahm sofort mit tapferm Trotze die Gemeinbürgschaft mit den Seinen vor dem Feinde an, der die Juden um ihrer Rasse willen aus der menschlichen Gemeinschaft stossen wollte. Er dachte über sein Verhältnis zum jüdischen Volke, über das Verhältnis des jüdischen Volkes zu den anderen Völkern nach, er gelangte zur Erkenntnis, dass dieses Verhältnis unleidlich sei, und da er ein starker und entschlossener Charakter war, fasste er sofort den Vorsatz, die Verfassung und die Lage seines Volkes, dessen Schicksale er teilen musste und nun auch aus freier Erschliessung .teilen wollte, von Grund aus zu ändern. Niemand, auch er selbst nicht, hatte bis dahin in ihm die Eigenschäften geahnt, die er für seine neue Aufgabe mitbrachte. Herzl wuchs wirklich mit seinen grösseren Zwecken; er wuchs so gewaltig, dass seine Bekannten und Kollegen ihm mit dem gewohnten Masstab nicht mehr nachkommen konnten und ihn mit albernem Hohn oder schimpflicher Nachrede anfeindeten, weil er über ihre kurze Elle hinausgewachsen war. Aus dem anmutigen Plauderer, dem gemütvollen Erzähler, dem geistreich tändelnden Lustspieldichter wurde über Nacht ein Staatsmann mit weitem Umblick, der einem hohen Ziel auf nahezu ungangbaren Pfaden kühn und beharrlich zustrebte. Nörgler haben nasenrümpfend herumgeredet, Herzl habe den Zionismus nicht geschaffen, er habe ihn fertig vorgefunden und sich das Werk seiner Vorgänger angeeignet, ohne sie auch mir zu nennen. Ich aber stelle aus sicherer Kenntnis der Tatsachen fest, dass er von Vorgängern schlechterdings nichts wusste. Er fand den Zionismus in seinem Herzen. Er baute ihn in seinem Geiste systematisch aus. Erst Jahre, nachdem er mit sich ganz fertig war, lernte er Pinsker und Moses Hess kennen. Es waren Begegnungen, die ihn erfreuten. Aber sie kamen zu spät, um ihn etwas zu lehren. Es ist einmal scherzhaft gefragt worden, was wohl aus Liszt und Paganini geworden sein würde, wenn sie mit ihrem spezifischen Genie zur Welt gekommen wären, ehe das Klavier und die Geige erfunden waren. Die Antwort auf diese Frage gibt Herzls Erscheinung. Er war tatsächlich der Liszt oder

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