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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 313

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 313 (sequence 314)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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OIO - Ol O — Fortschritte gemacht hat, gerade dadurch, dass sie sich von üem Prinzipe leiten lässt, dem einzelnen Individuum die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten und alle seine Energie anzuspornen. Dieses Prinzip müsste auch bei unserer Kolonisation, mag sie sein wo immer, angewendet werden. Noch ein paar Worte an den Herrn Vorredner. Er meinte, wir sollen uns nicht nur auf die agrikultureile Kolonisation beschränken, sondern, wo diese nicht zweckmässig ist, mit der industriellen Kolonisation beginnen. Herr Trietsch hat ein Moment vergessen. Die agrikultureile Kolonisation im Sinne Oppenheimers ist darauf berechnet, keine Ausfuhr zu machen, sondern die Siedlungsgenossenschaft im Anfange wenigstens auf die Bedürfnisse der Siedlungsgenossenschaft selbst anzuweisen. Sie wissen, welche Schwierigkeit die Palästinakolonisation dadurch gefunden hat, dass sie auf Export angewiesen war und bis zu diesem Jahre noch keinen ausgiebigen Absatz fand. Herr Trietsch schlägt industrielle Kolonisationen vor. Diese müssen aber, um lebensfähig zu sein, sofort einen Absatzmarkt haben. Nun ist es aber Tatsache, dass je später ein Land in Konkurrenz tritt mit alten Ländern, deren Industrie seit langer Zeit besteht, welche über perfektioniertes Maschinenmaterial und über vollständig versierte Arbeiter verfügen, über ausgebildete Handelsbeziehungen usw., dass ein frisches Land sehr schwer konkurrieren kann. Und nun kommt Herr Trietsch und schlägt industrielle Kolonisationen vor. Die Hauptfrage ist, ob wir einen Absatzmarkt finden. Bei den jetzigen Verhältnissen ist auch die Möglichkeit vorauszusehen, dass die industriellen Kolonisationen, ob in Palästina oder El-Arisch, vielleicht Waren herstellen, aber keinen Ort finden, sie zu verkaufen. Der ganze Plan des Herrn Trietsch geht auf eine winzige Kolonisation aus, der des Herrn Oppenheimer auf eine sehr ausgedehnte Kolonisation. Dass Herr Trietsch nur eine kleine Kolonisation im Auge hat, zeigt sich darin, dass er immer wiederholt, er würde in El-Arisch genügend Wasser finden. Ich werde keinen Zwischenruf machen, wie Herr Schauer, aber die Kommission, die El-Arisch untersucht hat, hat gefunden, dass, wenn auch Wasser dort vorhanden wäre, dies doch nur in sehr kleinen Quantitäten gefunden werden könnte. Vizepräs. Dr. Bodenhehner: Ich bitte, Sie haben ebenso wenig, wie Herr Trietsch, das Recht, von einer Spezialkolonisation zu sprechen. Del. Dr. Pasmanik: Der ganze Unterschied ist der, dass Dr. Oppenheimer immer und immer eine grosse Kolonisation im Auge hat, während Herr Trietsch eine kleine Organisation bezweckt. Der Fehler bei Herrn Oppenheimer besteht darin, dass er unsere ganze Kolonisation zu einem Versuchskaninchen machen will. Ich möchte, wenn wir mit der Kolonisation beginnen, dass wir uns nicht auf die Form der Siedlungsgenossenschaft allein beschränken, sondern alle Formen ausprobieren, wenigstens alle diejenigen, die schon von andern Völkern probiert worden sind. Jedenfalls bedauere ich, dass Herr Oppenheimer nicht hier ist, um an der Diskussion teil zu nehmen. Del. Auerbach: Gestatten Sie mir, mit einem Sprichworte zu beginnen. Dieses Sprichwort lautet: „Wirf die Katz?, wie du willst, sie wird immer auf die Füsse fallen/' Es liegt mir ferne, Herrn Trietsch mit einer Katze vergleichen zu wollen. (Heiterkeit.) Ich möchte aber darauf hinweisen, dass Herr Trietsch, mögen wir uns mit welchem Gegenstande immer beschäftigen, sofort „Arisch" antworten wird. Es ist selbstverständlich, dass wenn jemand alle seine Ideen immer nur auf einen einzigen Punkt gerichtet hat, sein ganzer Ideengang natürlich von dieser einzigen Perspektive sklavisch beherrscht wird. Dies passiert auch Herrn Trietsch. Herr Trietsch ist nach meiner Ansicht den Grundzügen des Oppenheimerschen Referates nicht gerecht geworden. Er hat überhaupt gar nicht das Gebäude als Ganzes be-

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