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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 312

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 312 (sequence 313)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 312 — Ich kann nicht umhin, zum Schlüsse auf unser konkretes Beispiel zurückzukommen und konkrete Beispiele gehören ja auch ganz wesentlich zur Unterstützung oder Kritik einer Theorie. Wenn ich so gezeigt habe, dass wir auch auf schiechtem Lande kolonisieren können, auch auf Land, gegen das agrikulturelle Einwände da sind, so verschwindet die Notwendigkeit, neue Plätze in weiter Ferne zu suchen, und es kommt die Frage von Palästina selbst und den Nachbarländern stark in den Vordergrund. Die Kolonisationsfrage Palästinas braucht für uns nicht länger Theorie zu sein, sie kann zur Praxis übergehen, und um zur Praxis überzugehen, wird uns wesentlich die Palästina-Kommission helfen, die wir eingesetzt haben. Die kann uns in Palästina oder nächster Nähe so wundervolle Resultate zeigen, dass alle Zion weit fernliegenden Gebiete zionistisch vorläufig nicht in Betracht kommen werden. (Beifall.) Vizepräs. Dr. Bpdenheimer: Nachdem Herr Dr. N o s s i g nicht anwesend ist, verliert er das Wort. (Ebenso verliert eine Reihe anderer vorgemerkter Redner aus diesem Grunde das Wort.) Del. Dr. Pasmanik: Es ist die Frage zu stellen, ob es sich der Mühe verlohnt, jetzt noch über ein so wichtiges Thema zu diskutieren, da wir so wenig zahlreich hier versammelt sind. Ich muss offen sagen, dass mein Hintergedanke der ist: Das, was jetzt gesprochen wird, kommt ins Protokoll. Dieses wird von Hunderten und Tausenden gelesen und das wird vielleicht der einzige Nutzen der heutigen Diskussion sein. Der Grundgedanke des Herrn Dr. Oppenheimer besteht darin: Damit unsere Kolonisation gelinge, sollen wir erst mit der Agrikultur beginnen und zweitens soll die Kolonisation nicht so geführt werden, wie sie bis jetzt in Palästina geführt wurde, indem einzelne Bauernschaften geschaffen wurden, wovon jeder ein Stück Land zu bearbeiten bekäme, sondern es soll eine Siedlungsgenossenschaft geschaffen werden, d. h. eine ganze Gruppe von Menschen bekommt ein Stück Land zur gemeinsamen Bearbeitung, und die Frucht ihrer Arbeit soll zwischen ihnen geteilt werden. Er meint, dass auf diese Weise die Sache viel leichter, viel ökonomischer gemacht werden kann, und dass dadurch auch die Ausdehnung der Kolonien viel leichter ist. Nun ist hier folgende prinzipielle Frage zu stellen, ob mit unserem jüdischen Volke, das so individualistisch ist, wo jeder Jude meint, dass er der alleinige Herr ist, ob es mit einem solchen Menschenmaterial möglich ist, überallhin diese Siedlungsgenossenschaften zu schaffen. Ist es nicht notwendig, bei einer Kolonisation die Privatinitiative bis zum höchsten Grade zu steigern, und ist die Siedlungsgenossenschaft geeignet, diese Privatinitiative zu steigern? Deshalb meine ich: Wenn wir das Prinzip von Dr. Oppenheimer akzeptieren, dass wir nämlich Siedlungsgenossenschaften schaffen, so soll dieses Prinzip nicht ausschlaggebend sein für die ganze Kolonisation, sondern wir sollen auch der Privatinitiative freien Lauf lassen. Und als ich heute mit Herrn Dr. Oppenheimer mich unterhielt, machte er mir. das Zugeständnis, dass er dies vergessen habe. Er wollte selbst darauf hinweisen, dass man auch der Privatinitiative freien Raum lassen solle, so dass wir einerseits die Siedlungsgenossenschaft probieren, andererseits aber auch der Privatinitiative freien Lauf lassen. Vergessen Sie nicht, dass dki Siedlungsgenossenschaften noch nie probiert worden sind. Dr. Oppenheimer schlägt vor, aus unserer Kolonisation Versuchskaninchen zu machen. Dies kann im kleinen geschehen. Die ganze Kolonisation zu einem Versuchskaninchen zu machen, wäre zu gefährlich. Deswegen glaube ich, dass wir bei unserer Kolonisation unbedingt einerseits die Vorschläge Oppenheimer in beschränktem M.asse anwenden können, andererseits aber auch die Erfahrungen, die bis jetzt von anderen Kolonisatoren gesammelt worden sind, verwerten sollen. Wir wissen, dass die englische Kolonisation die grössten

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