Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 311)
- Language
- German, English, Hebrew
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Dr. Klee: Das habe ich nicht gesagt! Vizepräs. Dr. Bcdenheimer: Ich bitte, Herr Dr. K 1 e e , nicht zu unterbrechen. Sie aber, Herr T r i e t s c h , muss ich darauf aufmerksam machen, dass das gar nicht zur Sache gehört. Del. Trietsch: Dann werde ich die Erlaubnis einholen, auf einen Zwischenruf eingehen zu dürfen. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Der Zwischenruf ist erledigt. Del. Trietsch: Das ist nicht richtig! Herr Dr. Klee sagte, das ist wieder nicht wahr, das heisst, dass ich wiederholt Unwahrheiten gesprochen habe. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Wir wollen doch nicht wieder persönliche Erörterungen. Ich habe Herrn Dr. Klee bereits zur Ruhe verwiesen, halten Sie sich nunmehr auch zur Sache. / Del. Trietsch: Dann rufen Sie ihn wenigstens wieder zur Ordnung. Vizepräs. Dr. Bcdenheimer: Ich weiss selbst, was ich zu tun habe. Fahren Sie fort! Del. Trietsch: Dann habe ich wenigstens Veranlassung, einen solchen Anwurf zurückzuweisen. Ich meine, es lag keine Veranlassung vor, diesen Ausdruck „wieder" zu gebrauchen, denn es sitzt momentan eine Kommission, die untersucht und entscheiden soll, ob ich 'im Recht oder Unrecht bin in einer gewissen Sache oder die andere Seite. Nun zur Sache. Ich glaube Ihnen gezeigt zu haben, dass in einem Falle, wo man nicht das allgemeine Menschenmaterial und nicht eine Auswahl von Land hat, auch andere Gesichtspunkte in Betracht Kommen als die allgemeinen, die Dr. Oppenheimer ausgeführt hat. Es tut mir leid, dass Herr Dr. Oppenheimer momentan nicht hier ist, aber ich kann Ihnen sagen, dass ich ihm das privatim unterbreitet habe und dass er sich meinem Standpunkte gegenüber nicht ablehnend verhielt. Wenn ich nun nicht von Ostafrika und nicht von El-Arisch sprechen soll, so will ich ganz allgemein sagen, dass die Reisekosten nach fernliegenden Ländern so ausserordentlich viel grösser sind, als sie es von Osteuropa aus meinetwegen nach Palästina und den angrenzenden Ländern sind, dass man von diesen Reisemehrkosten allein, recht kostspielige Wasserwerke bezahlen kann, die uns in den Nachbarländern Palästinas ein Stück Ostafrika oder andere weit entfernte Länder, die ja fruchtbar sein mögen, ganz leicht ersetzen helfen können. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich weiss nicht, ob Sie mich verstehen, um was es sich handelt. Ich will Sie in Ihrer Redefreiheit absolut nicht beschränken, aber es handelt sich hier lediglich um die Diskussion des Vortrages von Dr. Oppenheimer über die allgemeinen Grundsätze der Besiedlung von wilden, unkultivierten Ländern, über die nationalökonomischen Grundsätze einer zweckmässigen Wirtschaftspolitik, und nicht über spezielle Pläne und Probleme. In dieser Beziehung hat Dr. Oppenheimer bestimmte Grundsätze aufgestellt, die der Kritik des Kongresses unterworfen werden. Sie haben aber noch kein Wort an die Grundsätze des Referenten angeschlossen und keine kritisierenden Bemerkungen daran geknüpft. Wenn Sie nicht zur Sache sprechen wollen, muss ich Ihnen, so leid es mir tut, das Wort entziehen. . Del. Trietsch: Ich glaube, ich habe zu den Grundsätzen, die Herr Dr. Oppenheimer entwickelt hat, gesprochen. Er sagte, dass eine Kolonisation agrikultureil anfangen muss, während ich versucht habe, demgegenüber an der Hand von Beispielen, und zwar unseren Beispielen, nachzuweisen, und ich glaube es auch nachgewiesen zu haben, jedenfalls habe ich es versucht, dass man unter Umständen mit der industriellen Kolonisation beginnen soll.