Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 310)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476266--2153-3478291- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 309 — Ansicht nach — es nicht zur Sache gehört, sich auf ein ganz bestimmtes Gebiet zu beschränken bei der Besprechung dieser Frage. (Zustimmung.) Del. Trietsch: Ich glaube, ich bin Herrn Dr. Bodenheimer darin entgegengekommen, dass ich nicht nur für El-Arisch, sondern auch gegen Ostafrika spreche; dann habe ich zwei Gebiete. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich meine, dass Sie auf diese Art eine bereits erledigte Diskussion wieder hervorrufen, denn es werden sich eventuell auch die anderen Herren, die nach Ihnen zum Worte gelangen, zu dieser Frage äussern. Diese Debatte ist geschlossen. Ich kann also weder über die Frage der Ansiedlung von El-Arisch speziell, noch über Ostafrika eine Erörterung zulassen, sondern nur über die Ansiedlungsfrage im allgemeinen. So ist das Referat des Herrn Dr. Oppen-heimer aufzufassen. Er hat allgemeine Vorschläge über die Ansiedlung von Ländereien gegeben. Darüber ist die Debatte eröffnet. Del. Trietsch (fortfahrend): Herr Dr. Oppenheimer hat ein allgemeines Referat gehalten; das ist richtig. Es hat aber ausser den Vorzügen auch die Fehler eines allgemeinen Referates. Er hat nicht den jüdischen Fall berücksichtigt, nämlich den Fall einer Kolonisation mit zum Ackerbaue nicht geeigneten Elementen. Er hat ausserdem von einer Kolonisation im allgemeinen gesprochen, wo man die Auswahl zwischen verschiedenen Ländereien hat. Wir haben diese Auswahl nicht. Da wir auf diesem Kongresse nicht über Kolonisation theorisieren wollen, sondern da das einleitende Referat von Oppenheimer uns die Möglichkeit geben sollte, auf unseren speziellen Fall zu kommen, glaube ich nicht über den Rahmen dessen hinauszugehen, was hier am Platze ist. Immerhin will ich möglichst wenig tendenziös sprechen und das Hauptgewicht darauf legen, dass die allgemeinen Gesichtspunkte, die Herr Dr. Oppenheimer uns entwickelt hat, nicht absolut auf unseren Fall passen und dass infolge dessen Einschränkungen der Ausführungen des Herrn Dr. Oppenheim er am Platze sind. Ich glaube, das wird Herrn Dr. Bodenheimer genügen. Herr Dr. Klee hat ein Zitat benützt. Zitate sind bekanntlich der Geist der anderen. Er hat mir das Wort „Moses" zugerufen. ___ Dr. Klee: Das ist doch wieder nicht wahr! Das war ja ganz jemand anders! Passen Sie doch auf, ehe Sie so etwas sagen. Del. Trietsch: Das ist doch unwesentlich! Dr. Klee: Das ist nicht unwesentlich! Dr. Schauer: Ich war es! Del. Trietsch: Ich wollte nur auf den Zwischenruf hinweisen. Es kam mir so vor, als ob es Dr. Klee gewesen wäre. Ich wollte Herrn Dr. Klee damit absolut nicht annageln, dazu habe ich gar keinen Grund. Es ist aber nicht gut, dass Zwischenrufe von da hinten kommen, die ich nicht beobachten kann, von wem der Zwischenruf ist. — Also Herr Dr. Schauer hat mir diesen Zuruf gemacht. Nun klingt das. ja sehr hübsch. Aber ich habe in meinen Schriften, die ich auf Grund meiner Unkenntnis über El- Arisch veröffentlicht habe, nachgewiesen, dass aus El-Arisch ein Export von Gemüsen und Früchten stattfindet. Eine Wüste, die Gemüse und Früchte exportiert, hat meines Erachtens Wasser genug und es kann doch wenigstens Wasser genug entwickelt werden, um eine industrielle Bevölkerung von Tausenden mit genügend Wasser zu versehen, nicht genügend vielleicht für die Agrikultur, aber genügend für den Hausbedarf. Ich weise übrigens bei der Gelegenheit etwas zurück, was Herr Dr. Klee ja gesagt hat. Er sagte eben: das ist wieder nicht wahr. Korrekter wäre es gewesen, wenn er gesagt hätte, ich hätte mich geirrt.